Alles eine Frage der Organisation …

Seitdem ich wieder arbeite, ist die Taktung am Morgen bei uns um ein Vielfaches angestiegen. Es ist der reinste Marathon. Mein Mann und ich haben in den letzten eineinhalb Monaten die morgendlichen Aufgaben verteilt und nach und nach optimiert, wo wir Zeitsparpotenziale gesehen haben:

1. Mein Mann und ich müssen um punkt 6 Uhr aufstehen, um das morgendliche Pensum einigermaßen entspannt über die Bühne zu bringen. Die Praxis hat gezeigt: Jedwedes Weiterschlummern wird am Ende mit Stress, Hektik und Tobsuchtsanfällen von allen Seiten bestraft.

> Morgendliche Überlistung des eigenen Schweinehundes:
Den Wecker auf kurz vor 6 Uhr stellen, damit man bis 6 Uhr einigermaßen aufgewacht ist.

2. Während ich unter die Dusche springe, kocht mein Mann Kaffee, deckt den Frühstückstisch, schmiert Schulbrote, schält Äpfel und bügelt sich meistens noch ein Hemd (auch das endet oft in obigem Ausmaß, da Hemdbügeln in unserem morgendlichen Zeitplan nicht vorgesehen ist).

> Mögliche Zeitersparnis:
Kaffeemaschine am Abend vorher laden, Schulbrote ebenfalls am Abend vorher schmieren (das mag mein Mann allerdings nicht), den Kindern endlich beibringen, dass man Äpfel auch mit Schale essen kann, den Frühstückstisch weitestgehend am Abend vorher decken (fühlt sich ein bisschen an wie in einer Frühstückspension) und Hemden sowieso am Abend vorher bügeln.

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3. Bin ich fertig, wecke ich die Kinder – sofern sie noch nicht selbst aufgewacht sind – helfe ihnen beim Anziehen bzw. ziehe die Kleine an. In der Zeit befindet sich mein Mann im Bad.

> Mögliche Zeitersparnis:
Die eigenen Klamotten und die der Kinder bereits am Abend vorher zurechtlegen, morgenmuffelige Kinder (wie meine) eine Viertelstunde bevor sie eigentlich aufstehen müssen sanft wecken.

4. Im optimalen Fall treffen wir fünf uns dann am gedeckten Frühstückstisch wieder. Wir frühstücken zusammen – manchmal in Ruhe, öfter im Stress. Dann Zähne putzen, Kinder und sich selbst mit Jacken und Schuhen (im Winter nahezu eine Farce!), Schulranzen, Taschen, Fahrradhelmen etc. versorgen und alle gehen ihrer Wege: Mann und Ältester in Richtung Schule, die beiden Kleineren und ich in Richtung Kindergarten (dass der zwei Stadtteile weit entfernt liegt, hatte ich ja bereits in Meine Ichs im Zwiespalt erzählt).

> Mögliche Zeitersparnis:
Auch hier alles abends zurechtlegen, alle Taschen packen etc., den Erstklässler am Abend vorher fragen, ob er am nächsten Tag einen Buchstaben-Geburtstag hat, zu dem er etwas mit dem entsprechenden Anfangsbuchstaben mitbringen soll und es vor allem auch mal hinnehmen, wenn der Frühstückstisch (bis auf die Milch) gedeckt stehen bleibt.

Mittlerweile hat sich die Logistik bei uns ganz gut eingespielt. Der einzige Nachteil: Die Organisation verlagert sich größtenteils auf den Vorabend. Und da will man ja irgendwann auch mal abschalten.

Krass ist – und das muss ich hier zum Schluss noch loswerden:
Bis ich um 9 Uhr an meinem Schreibtisch an der Arbeit sitze, habe ich – so wie viele von Euch da draußen – bereits einen dreistündigen Familien-Marathon hinter mir – mal mehr, mal weniger anstrengend. Ich glaube, das haben die meisten meiner/unserer Kollegen gar nicht auf dem Zettel. Während ich mittags hektisch aus der Agentur trabe, wünschen die mir manchmal süffisant „einen schönen halben Tag Urlaub!“ Ich antworte dann immer: „Wir können ja gerne mal tauschen!“ Und das meine ich vollkommen ernst.

Eins würde mich übrigens – aus reinem Eigennutz – brennend interessieren: Womit spart Ihr morgens Zeit ein?

#strategieneinermutter

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Vor 8 Uhr passiert hier nichts !

Neben den Strategien für Kinder, gibt es natürlich auch Möglichkeiten, sich als Eltern komfortable Zonen einzurichten. Bei uns ist eine solche unter anderem das „Ausschlafen“ am Wochenende.

Während wir unsere Kinder unter der Woche oftmals wecken müssen, damit sie nicht zu spät zur Schule und in den Kindergarten kommen, wachen sie am Wochenende gerne früher auf. Als ob sie’s riechen würden …Wenn wir Großen endlich mal ausschlafen könnten, krabbelt unter Garantie ein warmes, kleines Paket unter meine Decke (wenn es nicht sowieso schon die halbe Nacht mein Kissen belagert hat), und sagt: „Mama, ich hab‘ schon so einen Hunger.“ Oder: „Mama, mir ist langweilig.“ Oder: „Mama, ich will mit Dir ein Buch lesen.“ Oder: „Mama, ich will was spielen.“

Meine Meinung: Alles vor 8 Uhr geht am Wochenende gar nicht. Deshalb haben wir, als die Kinder in einem zumutbaren Alter (2+4 Jahre) waren, die 8-Uhr-Regel eingeführt. Ganz einfach: So lange der kleine Zeiger nicht auf der 8 und der Große nicht auf der 12 stehen, passiert bei uns am Wochenende gar nichts. Sind die Kinder früher wach, dürfen sie in ihren Zimmern spielen, aber Mama und Papa dürfen noch dösen. Erst danach gibt es etwas zu essen, wird bespaßt, werden Bücher gelesen, wird gemeinsam gespielt und und und …

Und das klappt. Die Kinder halten sich dran, spielen schön gemeinsam und melden sich nur im Notfall: „Mama, ich muss Morgenpipi.“ Oder: „Mama, kannst Du uns die Gardinen aufmachen?“ Und sie lernen, Rücksicht zu nehmen.

Seitdem wir das Baby haben, ist die 8-Uhr-Regel etwas ins Hintertreffen geraten. Aber wenn die Kleine alt genug ist, werden wir sie auf jeden Fall wieder konsequent bei unseren Kindern einfordern.

#strategieneinermutter