Kinderschnitzel, schnelle Bratkartoffeln & Gurkenblumen

Diese Mahlzeit lieben meine Kinder. Sie ist relativ schnell gemacht und die Kinder können prima bei der Zubereitung mithelfen. Das Rezept ist für ca. 4 Personen, aber Achtung, bei den Schnitzeln und Bratkartoffeln essen meine Kinder immer mehr als sonst. Also die Mengen vielleicht etwas großzügiger berechnen.

Für die Schnitzel:
2-3 Hähnchenbrustfilets (ich kaufe immer Bio-/Demeter-Qualität,
da schmeckt man einfach den Unterschied)
1-2 Eier
Semmelbrösel
mittelscharfer Senf
Salz, Pfeffer
Paprikapulver
Currypulver (nach Geschmack und Bedarf)
Olivenöl und Butter zum Braten

1. Hähnchenbrustfilets mit kaltem Wasser abwaschen, mit Küchenkrepp trockentupfen und in 4-5 gleichgroße Stücke schneiden.
Die Stücke dünn mit Senf bestreichen, salzen und pfeffern und mit etwas Paprikapulver bestreuen. Eine schöne Würze gibt es auch, wenn man noch etwas Currypulver darüber streut.

2. Das Ei in einem tiefen Teller oder Schüssel zu  Rührei schlagen. In einen weiteren Teller Semmelbrösel streuen.
Mein Tipp: Semmelbrösel kann man auch super selber machen. Dafür alte Brötchen nicht wegschmeißen, sondern an der Luft ein paar Tage trocknen lassen. Dann zu feinen Bröseln reiben. Diese Brösel kann man gut lagern. Und sie schmecken noch einmal viel besser als die Brösel aus der Packung. Aber nun zurück zum Schnitzel.

3. Die Schnitzel zunächst im Ei ein paar Mal wenden, etwas abtropfen lassen und dann in den Semmelbröseln wenden bis die Schnitzel eine rundum schöne Panade haben. Die fertig panierten Schnitzel auf einen weiteren Teller legen und ruhen lassen (dann hält die Panade in der Pfanne besser).

Für die schnellen Bratkartoffeln:
mittelgroße, festkochende Kartoffeln (pro Person ca. 2-3 Stück)
Salz
Olivenöl zum Braten

4. Bratkartoffeln sind wirklich schnell zu machen und köstlich, wenn man sie direkt aus rohen Kartoffeln macht. Dafür die Kartoffeln schälen, in ca. 1 cm große Stücke schneiden, leicht salzen und direkt in einer Pfanne in etwas Olivenöl auf mittlerer Hitze ca. 20 Minuten braten bis sie gar und braun sind.
Eine leckere Kindheitserinnerung: Meine Eltern hobelten die rohen Kartoffeln in dünne Scheiben und brieten sie dann. Das schmeckt köstlich, weil sie auch richtig knusprig werden, ist aber etwas aufwändiger.

Für die Gurkenblumen:
1 Gurke
1 runde, blumenförmige Ausstechform

Die Idee mit den Gurkenblumen ist mir gekommen, als unser Mittlerer eines Tages die Gurkenrohkost ablehnte, weil er die Kerne  „eklig“ fand. Da er sonst nicht viel anderes Gemüse zu sich nimmt, musste eine pragmatische Lösung her. Seitdem isst er wieder Gurke. Und seine Geschwister in der kreativen Form umso lieber.

5. Die Gurke – wenn gewünscht – schälen und in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Mit der Ausstechform die Gurkenkerne ausstechen und beides auf einen Teller drapieren. Auf dem Foto hilft meine kleinste Küchenassistentin (siehe auch Kleine Küchenassistenten).

Nun müssen noch die Schnitzel gebraten werden:
6. Nach der Hälfte der Garzeit der Kartoffeln in einer weiteren Pfanne Olivenöl und etwas Butter erhitzen. Wenn das Öl heiß und die Butter geschmolzen ist, die Schnitzel hinzufügen und bei mittlerer Hitze ca. 3 Minuten je Seite knusprig-braun braten.
Mein Tipp: Die Schnitzel sind auf einer Seite gar und können gewendet werden, wenn auf der ungebratenen Seite roter Bratensaft austritt.

Alles zusammen servieren und sich schmecken lassen. Zu den Kartoffeln kann man Kräuterquark oder Ketchup reichen, denn die Bratkartoffeln von rohen Kartoffeln schmecken fast wie Pommes.

Von Brotzöpfen und Brötchenschlangen

Neulich nachmittags: Ich hatte noch frische Hefe im Kühlschrank, die schon sehr nah am MHD (MindestHaltbarkeitsDatum) war. Und zufällig fand sich auch noch ein Kilo Dinkelmehl im Küchenschrank. So kam ich auf die Idee, spontan mit den Kindern Brot zu backen. Die Begeisterung war riesig.

Also wuschen wir uns die Hände, krempelten die Ärmel hoch und suchten die Zutaten zusammen*:

30 g frische Hefe (alternativ 21 g Trockenhefe)
30 g Honig (oder Zucker)
625 ml lauwarmes Wasser
1000 g Mehl (backstark), wir haben Dinkelmehl (Type 1050) genommen
30 g Salz
etwas Mehl zum Bestäuben

Dann legten wir los:
1. Hefe und Honig (oder Zucker) im lauwarmen Wasser auflösen.
2. In einer großen Schüssel Mehl und Salz aufhäufen. Mit einer Hand eine Vertiefung in die Mitte drücken.
3. Die Hefemischung in die Mitte gießen und in kreisförmigen Bewegungen von der Mitte nach außen die trockenen Zutaten unterheben. Dieser Schritt geht auch gut mit Mixer und Knethaken. Danach würde ich die Hände nehmen. Das macht auch den Kindern Spaß !
4. Kneten ! Den Teig so lange kneten (ca. 5 Minuten) bis er geschmeidig und gleichmäßig ist. Wenn Teig an den Handflächen kleben bleibt, die Hände mit Mehl bestäuben oder etwas Mehl über den Teig streuen und weiterkneten.
5. Den Teig zu einem runden Laib formen und in der Schüssel (mit Frischhaltefolie abgedeckt) an einem warmen, feuchten Ort gehen lassen bis er ca. doppelt so groß ist wie vorher. Bei uns war das ca. nach einer Stunde der Fall.
6. Den Teig abermals durchkneten, um die Luft herauszuschlagen. Das ist eher Erwachsenenarbeit. Den Ofen auf 225 ° C vorheizen.


7. Jetzt sind die Kinder gefragt: Den Teig unter den Kindern aufteilen und ihrer Kreativität nun freien Lauf lassen. Der Teig kann in die unterschiedlichsten Formen gebracht werden. Wir haben Brötchen (die Kleine), Brötchenschlangen (der Mittlere) und einen Brotzopf (der Große) gemacht.
Für die Brötchen:
Den Teig in gleichgroße Stücke teilen und in der Hand zu Kugeln formen.
Für die Brötchenschlangen:
Wie die Brötchen, nur am Ende etwas lang ziehen (wie eine dicke Wurst) und ineinander, spiralartig verdrehen.
Für den Brotzopf:
Den Teig in drei gleichgroße Stücke teilen, die Stücke in gleichlange, mitteldicke Würste rollen. Die Würste am oberen Ende übereinandlegen und dann wie einen Haarzopf flechten. Am Schluss die Teigenden ineinanderstecken.


8. Die Brotkreationen nun auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und abermals gehen lassen. Danach im Backofen ca. 15-20 Minuten (je nach Größe und Dicke) backen bis sie goldbraun sind. Wer möchte, kann die Brote vor dem Backen auch noch mit Olivenöl bepinseln und mit Mohn, Sesam oder Sonnenblumenkernen bestreuen. Aber Achtung: Die Brote bräunen mit Olivenöl schneller !

Die Kreationen mit den Kindern bestaunen und dann noch warm mit Butter bestreichen und sofort probieren. Köstlich !
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* angelehnt an ein Rezept aus einem meiner Lieblingskochbücher:
Kochen mit Jamie Oliver (2004), „Grundrezept für Brotteig“, erschienen im Dorling Kindersley Verlag

 

Kleine Küchenassistenten

Im Grunde sind Kinder die hilfsbereitesten Menschen. Bittet man sie freundlich um ihre Hilfe oder Mithilfe, reagieren sie eigentlich immer prompt und gerne. Davon könnte sich manch Erwachsener eine Scheibe abschneiden.

Meine Kinder sind besonders hilfsbereit, wenn es ums Kochen geht. Bereits im Kleinstalter habe ich sie daran teilhaben lassen. Sobald sie sitzen konnten – momentan mache ich das mit unserer Kleinen -, habe ich sie auf die Arbeitsplatte in die Küche gesetzt, mich schützend davor gestellt und sie beim Schnippeln zugucken lassen. Ab und zu gibt es was zu probieren. Das lieben die Kinder. Unsere jüngste Tochter liebt die Küchenzeit sogar so sehr, dass sie einen Tobsuchtsanfall bekommt, wenn ich sie von der Ablage wieder herunternehme.

Unsere Jungs sind mittlerweile zu richtigen Kleinköchen herangewachsen. Wenn ich frage: „Wer will mein Küchenassistent sein?“ Oder: „Ich brauche Hilfe von einem guten Pizzabäcker!“ Dann sind sie sofort Feuer und Flamme, schieben ihre TripTrap-Stühle an die Arbeitsfläche in der Küche und können es kaum erwarten, dass es los geht. Anfangs ließ ich sie Kleinigkeiten machen, z. B. Salz und Pfeffer in die Salatsauce streuen, umrühren oder ähnliches. Heute schneiden sie das Gemüse, panieren Schnitzel, halten Mixer, reiben Parmesankäse und und und… Nur am Herd bin ich nach wie vor vorsichtig. Da darf der Große schon mal die Nudeln im kochenden Wasser umrühren. Aber nur unter meiner Aufsicht!
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Das macht nicht nur den Kindern einen Riesenspaß, sondern auch mir. Man schlägt nämlich zwei Fliegen mit einer Klappe: 1. die Arbeit geht viel schneller, weil man sich in der Zwischenzeit um anderweitige Zubereitungen kümmern kann. Und 2. die Kinder lernen, wie man gutes Essen zubereitet ohne ein Fertiggericht aufzureißen und in die Mikrowelle zu stellen. Für mich ist das sehr wichtig. Ein weiterer guter Nebeneffekt: Die Kinder sind unendlich glücklich und entspannt dabei, weil sie sich ernst genommen und verantwortlich fühlen.

Aber nicht nur meine Kinder helfen gerne in der Küche. Neulich war das Küchenassistentenspiel für mich eine gute Zeitüberbrückungsmaßnahme. Wir hatten nämlich die dreijährige Nachbarstochter bei uns zu Besuch und sie hatte etwas Heimweh nach ihrer Mama. Da habe ich sie einfach mit in die Küche genommen, sie auf die Arbeitsplatte gesetzt und sie gefragt, ob sie mir helfen will, die Kräuterbutter fürs Grillfleisch zuzubereiten. Sie sagte: „Au ja!“ Und dann ging die Zeit, bis ihre Mama sie abholte, dank Kräuterhackens ganz schnell vorbei.

#strategieneinermutter

Gegen die kulinarische Frustration

Würstchen mit Bratkartoffeln, Fisch mit Kartoffelbrei, Nudeln mit Gehacktessoße, Reis mit Klopsen … Das alles seit sechs Jahren immer wieder kochen und essen zu müssen hängt mir so zum Hals raus. Ich kann es anders gar nicht sagen:
Ich bin kulinarisch frustriert!
Kinderessen ist ja schön und gut. Weil man weiß, man macht den Kleinen damit eine Freude. Und man hat die Sicherheit, dass sie sich zufrieden und satt essen. Aber man selbst bleibt dabei echt auf der Strecke – was die Gaumenfreuden angeht.

Ach, wie sehne ich mich nach den alten Zeiten, in denen ich als Hobbyköchin Leckereien wie Schweinefilet mit Kräuterkruste, Involtini, Bandnudeln mit Waldpilzen oder Lammragout zubereitet habe. Auch wenn meine Kinder all diese Köstlichkeiten ablehnen (sie probieren nicht einmal), hat mein ältester Sohn sogar mal zu mir gesagt: „Mama, Du hättest besser Koch werden sollen.“ Er lobte zwar damit „nur“ meine Nudeln mit Butter, aber es war doch ein schönes Kompliment.

So gerne ich wieder öfter „gehobenere“ Küche machen würde, ich komme ja gar nicht mehr dazu. Oder besser gesagt: ich habe momentan weder die Zeit, noch die Kraft und Muße, mich abends nochmal in die Küche zu stellen.

Zwei kleine Lichtblicke haben mir jedoch neulich meine besten Freundinnen verschafft. Und das unabhängig voneinander: Während mein Mann den Babysitter machte, lud mich die eine Freundin zum gemeinsamen kochen zu sich nach Hause ein. Wir machten gebackene Forellen mit Salat. Und danach sind wir pappsatt auf ihr Sofa geplumpst und haben den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Die andere Freundin war letztens für ein paar Tage zu Besuch (wir sehen uns circa zweimal im Jahr). Als ich ihr mein Leid klagte, sagte sie so etwas wie: „Ich wollte Dich eh am Samstag ausführen und zum Essen einladen.“ Und ich war ihr so dankbar. Also reservierte sie uns einen Tisch in einem kleinen, aber feinen Tapas-Restaurant und wir hatten es richtig schön. Wir saßen bei Wein und saftiger Entenbrust auf Avocadocréme, feurig gewürzten Garnelen, interessant gewürztem Oktopus, knusprig gegrillten Sardinen und und und … und quatschten und lachten und waren am Ende vollgegessen und die letzten Gäste.

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Diese Abende haben nicht nur meiner kulinarischen Frustration entgegengewirkt, sondern waren für mich die vollkommensten Abende seit Langem. So unbedarft und schwerelos wie es früher mit uns Mädels war. Ich hatte vergessen, wie sehr mir das fehlt. Drum leide ich jetzt unter einem weiteren Syndrom: Soziale Dekompensation. Die werde ich als nächstes verschärft therapieren.

#strategieneinermutter