Von Brotzöpfen und Brötchenschlangen

Neulich nachmittags: Ich hatte noch frische Hefe im Kühlschrank, die schon sehr nah am MHD (MindestHaltbarkeitsDatum) war. Und zufällig fand sich auch noch ein Kilo Dinkelmehl im Küchenschrank. So kam ich auf die Idee, spontan mit den Kindern Brot zu backen. Die Begeisterung war riesig.

Also wuschen wir uns die Hände, krempelten die Ärmel hoch und suchten die Zutaten zusammen*:

30 g frische Hefe (alternativ 21 g Trockenhefe)
30 g Honig (oder Zucker)
625 ml lauwarmes Wasser
1000 g Mehl (backstark), wir haben Dinkelmehl (Type 1050) genommen
30 g Salz
etwas Mehl zum Bestäuben

Dann legten wir los:
1. Hefe und Honig (oder Zucker) im lauwarmen Wasser auflösen.
2. In einer großen Schüssel Mehl und Salz aufhäufen. Mit einer Hand eine Vertiefung in die Mitte drücken.
3. Die Hefemischung in die Mitte gießen und in kreisförmigen Bewegungen von der Mitte nach außen die trockenen Zutaten unterheben. Dieser Schritt geht auch gut mit Mixer und Knethaken. Danach würde ich die Hände nehmen. Das macht auch den Kindern Spaß !
4. Kneten ! Den Teig so lange kneten (ca. 5 Minuten) bis er geschmeidig und gleichmäßig ist. Wenn Teig an den Handflächen kleben bleibt, die Hände mit Mehl bestäuben oder etwas Mehl über den Teig streuen und weiterkneten.
5. Den Teig zu einem runden Laib formen und in der Schüssel (mit Frischhaltefolie abgedeckt) an einem warmen, feuchten Ort gehen lassen bis er ca. doppelt so groß ist wie vorher. Bei uns war das ca. nach einer Stunde der Fall.
6. Den Teig abermals durchkneten, um die Luft herauszuschlagen. Das ist eher Erwachsenenarbeit. Den Ofen auf 225 ° C vorheizen.


7. Jetzt sind die Kinder gefragt: Den Teig unter den Kindern aufteilen und ihrer Kreativität nun freien Lauf lassen. Der Teig kann in die unterschiedlichsten Formen gebracht werden. Wir haben Brötchen (die Kleine), Brötchenschlangen (der Mittlere) und einen Brotzopf (der Große) gemacht.
Für die Brötchen:
Den Teig in gleichgroße Stücke teilen und in der Hand zu Kugeln formen.
Für die Brötchenschlangen:
Wie die Brötchen, nur am Ende etwas lang ziehen (wie eine dicke Wurst) und ineinander, spiralartig verdrehen.
Für den Brotzopf:
Den Teig in drei gleichgroße Stücke teilen, die Stücke in gleichlange, mitteldicke Würste rollen. Die Würste am oberen Ende übereinandlegen und dann wie einen Haarzopf flechten. Am Schluss die Teigenden ineinanderstecken.


8. Die Brotkreationen nun auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und abermals gehen lassen. Danach im Backofen ca. 15-20 Minuten (je nach Größe und Dicke) backen bis sie goldbraun sind. Wer möchte, kann die Brote vor dem Backen auch noch mit Olivenöl bepinseln und mit Mohn, Sesam oder Sonnenblumenkernen bestreuen. Aber Achtung: Die Brote bräunen mit Olivenöl schneller !

Die Kreationen mit den Kindern bestaunen und dann noch warm mit Butter bestreichen und sofort probieren. Köstlich !
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* angelehnt an ein Rezept aus einem meiner Lieblingskochbücher:
Kochen mit Jamie Oliver (2004), „Grundrezept für Brotteig“, erschienen im Dorling Kindersley Verlag

 

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Kreative Kerzenrest-Verwertung

Kennt Ihr das auch? Die Feiertage sind vorbei? Weihnachtsbaum und Adventskranz abgebaut und entsorgt. Übrig bleiben nur diese vielen Kerzenstümpfe. Normalerweise schmeiße ich sie dann nicht weg, sondern drapiere sie nett in ein Glas oder auf ein Brett und lasse sie nach und nach abbrennen.

Neulich aber ist mir wieder eine Bastelidee in den Sinn gekommen, die ich in meiner Kindheit bereits gerne gemacht habe:
Fensterbilder aus Kerzenwachs.

Und das habe ich mit meinen Jungs dann auch gleich gemacht. Dieses Mal allerdings mit Resten von Geburtstagskerzen.

Und das geht so:
Zunächst ein Porzellan- oder Glasschälchen zur Hälfte mit Wasser füllen. Dann alle Kerzenstümpfe (schön, wenn sie bunt sind) bereit legen, ein Teelicht anzünden und schon kann es losgehen.
Einen Kerzenstumpf am Teelicht entzünden, und waagerecht über die mit Wasser gefüllte Schüssel halten, so dass der Wachs ins Wasser tropfen kann. Das macht man so lange, bis die Schüssel ausgefüllt ist und alle Tropfen sich fest miteinander verbunden haben. Zur zusätzlichen Stabilisierung kann man am Ende auch mit einer weißen Kerze noch eine zusätzliche Wachsschicht darauf träufeln lassen.

Ist der Kreateur mit seinem Fensterbild zufrieden, vorsichtig aus der Schüssel holen, ein Band durchziehen und am Fenster aufhängen!

Kindern macht das ganz viel Spaß, weil sie mit Feuer „spielen“ dürfen. Und Eltern macht es ganz viel Spaß, weil die Kinder ruhig und konzentriert am Tisch sitzen. Das Fensterbild-Tropfen dauert nämlich eine Weile. Herrlich !!!

Kleiner Tipp: Diese Fensterbilder sollten Kinder nicht ohne elterliche Aufsicht und nur ab ca. 6 Jahren machen. Verbrennungs- und Brandgefahr!

Und noch ein Tipp: Wenn die Fensterbilder aus Kerzenwachs zerbrechen sollten, kann man sie mit dem gleichen System ganz schnell wieder flicken.

Und noch etwas in eigener Sache: Wer sich übrigens wundert, warum „Strategien einer Mutter“ plötzlich farblich etwas anders aussieht, hier der Grund: Ich bin in eine WordPress-Falle getappt. Bitte entschuldigt dies für eine gewisse Zeit, bald soll mein Blog sowieso in neuem Glanz erstrahlen ! Ich freue mich drauf, Ihr hoffentlich auch!

„Wir sind eine Gesellschaft des Übermaßes …

… und wir sollten uns wieder darauf besinnen, das richtige Maß zu finden.“ Ungefähr mit diesen Worten schloss Wolfgang Schäuble neulich die letzte Günther Jauch-Sendung, in die ich am Ende reingezappt habe. Ich muss sagen, diese Worte haben mich im wahrsten Sinne des Wortes „bewegt“.

Denn: Ich finde, er hat recht.

Je länger ich darüber nachdenke, umso stärker bemerke ich, wie sehr wir vom Übermaß eingenommen sind. Nie bekommen wir genug: Ich habe nie genug Klamotten im Schrank, mein Mann hat nie genug Schokolade im Haus, unsere Kinder haben Weihnachts-Wunschzettel so lang wie eine Papyrusrolle … Und irgendwie sorgt dieses Klagen auf hohem Niveau immer für schlechte Stimmung.

Da es sich hier ja um recht materielle Dinge dreht, könnte man eine einfache Lösung anbieten: Konsumiert doch einfach weniger!

Aber so einfach ist das nicht. Denn das Übermaß schleicht sich auch in die Gefühlswelt ein. Mein Mann spiegelt mir das, wenn er ab und zu sagt: „Du bist schon wieder unzufrieden.“ Auch er hat damit recht. Ich bin eine sehr zielstrebige Natur. Immer muss es für mich weitergehen. Stillstand kann ich nicht akzeptieren. Also ist das Übermaß bereits in meinen Genen angelegt? Bin ich quasi selbst das Übermaß?

Zum Glück kann ich das verneinen. Denn dann würde ich nicht genervt reagieren, wenn meine Kinder mal wieder nicht wissen, was sie spielen sollen. Oder wenn sie mal wieder nicht sorgfältig mit ihren Dingen umgehen, sondern sie einfach achtlos liegenlassen oder sie in kürzester Zeit verschrotten. Ich würde dann auch nicht abends auf dem Sofa sitzen und mich fragen: Sind das nicht schon wieder viel zu viele Weihnachtsgeschenke?

Das richtige Maß kann ich selbst bestimmen.
Doch was ist das richtige Maß? Wie kann ich meinen Kindern beibringen, mit wenigen schönen Dingen zufrieden zu sein, wenn die Welt da draußen alles in Hülle und Fülle bereithält? Wenn die Regale der Freunde bei denen sie spielen genauso gefüllt sind wie ihre eigenen? Wenn die obligatorischen Geburtstagsschnucki-Tüten das Ausmaß eines Bonbon-Ladens haben? Wenn bereits Kinderfilme Längen von Blockbustern für Erwachsene aufweisen? Ehrlich gesagt, fällt es mir schwer das richtige Maß in einem absoluten Überangebot zu halten.

Das richtige Maß würde demnach „Reduzieren“ bedeuten.
Das stößt allerdings nicht auf Gegenliebe – weder bei den Kindern noch bei Außenstehenden: „Du lebst nicht in der heutigen modernen Welt.“ „Du bist streng.“ „Immer sagst Du nein.“ „Nie erlaubst Du uns was!“

Das richtige Maß ist also Ansichtssache.
Dazu ein Beispiel: Neulich haben wir den Kindergeburtstag unseres Großen nachgefeiert. Bei uns zu Hause. Alles stand unter dem Motto „Wikinger“. Weil mein Mann und ich es immer schön finden, wenn die Kinder etwas Selbstgemachtes mit nach Hause nehmen können, haben wir sie selbst kreativ werden lassen: sie durften kleine Wikinger-Boote aus Holz zusammenleimen. Dazu noch Segel aus Leinentuch, die sie selbst anmalen konnten. Danach haben wir noch eine Schnitzeljagd im Dunkeln gemacht. Mehr nicht. Die Kinder waren Feuer und Flamme und wir hatten einen wirklich schönen Geburtstag. Als ich das einer Freundin erzählte, sagte sie: „Du erzählst mir was von Maß halten und präsentierst einen solchen Geburtstag?“ Mhm, für mich war das nichts Großes: Ein Kindergeburtstag zu Hause und nicht auf dem Indoor-Spielplatz, wir basteln und gehen dann noch auf Schatzsuche. Das ist doch nicht viel. Das ist doch – gegen die Wahnsinns-Geburtstagsfeten anderer Kinder – heute nichts Besonderes mehr. Das ist doch nicht Übermaß. Für mich war es eher Schmalspur, für meine Freundin anscheinend das Gegenteil!

Das richtige Maß kann ich kontrollieren.
Ich probiere mich jetzt im Maß halten. Indem ich mich und mein Verhalten hinterfrage: Sollte ich das kaufen? Brauche ich das wirklich? Muss es davon so viel sein? Kann ich das noch gebrauchen? Oder kann ich es verkaufen oder verschenken? Müssen wir mit den Kindern schon wieder einen großen Ausflug machen oder reicht nicht auch eine Stippvisite im Garten?

Mein Vorsatz: Das richtige Maß finden.
Obwohl ich kein Freund von guten Vorsätzen bin, habe ich mir für 2016 vorgenommen: Ich werde versuchen, das richtige Maß zu finden. Denn nur wenn ich selbst maßvoll lebe, quasi als Vorbild, werden meine Kinder lernen, ebenfalls ihr „richtiges“ Maß zu entwickeln. Ich hoffe, dass sie dann insgesamt zufriedener und dankbarer sind. Ich wünsche, dass sie dann noch achtsamer und rücksichtsvoller durch die Welt gehen.

Unser Trauspruch bringt es auf den Punkt:
„Seid zufrieden mit dem, was ihr (aneinander) habt.“ (Anm.: leicht abgeändert).
Das nehme ich mir ab sofort noch mehr zu Herzen.

Und damit wünsche ich Euch ein gesundes, glückliches und maßvolles Jahr.

Der Liebster Award 2015 und ich

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Ich wurde von Importkaaskop für den Liebster Award 2015 nominiert. Es freut mich, wenn mein Blog gern gelesen wird. Deswegen bedanke ich mich für die Nominierung.

Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich den Sinn dieses „Awards“ nicht so ganz verstehe. Daher wollte ich eigentlich nicht teilnehmen. Bei meinen Recherchen zu diesem Award erfuhr ich aber, dass es bei einer Ablehnung auch zum Boykott des eigenen Blogs durch andere Blogger kommen kann. Da ich dieses Verhalten verurteile, möchte ich hier folgenden Punkt machen: Beim Bloggen geht es ausschließlich um das Konzept und die Inhalte. Eine Teilnahme am „Liebster Award“ ist freiwillig. Eine Nichtteilnahme mit Blog-Boykott zu beantworten grenzt an Rufmord. Das hat mit Netiquette in der Blogosphäre nicht mehr viel zu tun.
Dennoch möchte ich niemandem vor den Kopf stoßen (schon gar nicht meiner Fürsprecherin) und werde im Folgenden die 11 Fragen beantworten, die mir gestellt wurden:

1. Magst du den Herbst und warum bzw. warum nicht?
Ja, irgendwie mag ich den Herbst. Auch wenn ich im Sommer gerne barfuß bin, freue ich mich geradezu, wenn ich ab Oktober die dicken Kuschelpullis, Wollsocken und gefütterten Stiefel aus der Versenkung holen darf.
Auch die schönen Dinge wie mit den Kindern Laub werfen, Laterne laufen, Kastanienmännchen basteln oder Kaminfeuer entzünden machen mir Spaß. Man geht ja schon seltener raus, wenn es nass, kalt und stürmisch ist. Das macht uns aber nichts aus. Wir lassen uns dann immer etwas für Drinnen einfallen (siehe auch Im Trüben toben).

2. Wenn Geld, Job, Sprache usw. keine Rolle spielen würden, wo würdest du gerne leben?
Defintiv in Irland. Ich habe einmal einen ganzen Monat auf der Insel verbracht, vor allem in Dublin. Und ich habe noch nirgends auf der Welt so grünes Gras gesehen und so nette Menschen kennengelernt.

3. Welches typisch deutsche Gericht isst du besonders gerne?
Gulasch (von meiner Oma gekocht) mit Nudeln.

4. Was hält dein Partner vom Bloggen?
Das müsste man ihn selbst fragen.

5. Rotwein oder Weißwein?
Weißwein! Rotwein schmeckt mir nicht.

6. Kochst du gerne oder ist das eher eine lästige Pflicht?
Ich liebe kochen ! Es ist meine große Leidenschaft. Wenn meine Kinder nicht so pingelig mit dem Essen wären, würde ich meiner Familie ganz viele tolle Dinge zaubern. Mein Sohn hat mal gesagt: „Mama, Du hättest lieber Koch werden sollen.“ Und das sagte er nur zu meinen Nudeln mit Butter und Parmesankäse! Momentan arbeite ich an einer Idee, wie ich meine Leidenschaft zu meinem Beruf machen kann. Aber das behalte ich noch für mich.

7. Welches Lied hörst du zurzeit gerne?
Fade out Lines von The Avener. Das groovt und macht richtig gute (Tanz-)Laune.

8. Welche Eigenschaft deines Kindes (oder deiner Kinder) bringt dich manchmal auf die Palme?
Ich könnte ausflippen (manchmal tue ich es auch), wenn die Kids nicht auf mich reagieren. Man spricht sie an und es passiert einfach nichts. Da könnte ich wahnsinnig werden.

9. Treibst du Sport und wenn ja, welchen?
Seit ca. 4 Jahren Yoga. Seit ca. ½ Jahr Laufen.

10. Planst du deine Blogposts oder schreibst du frei nach Schnauze?
Da ich arbeite und drei Kinder habe, plane ich oft meine Blogposts. Mein Blog soll ja eher eine Inspirations-Plattform als ein chronologisches Tagebuch sein.

11. Wieviel Zeit verbringst du pro Woche mit dem Lesen anderer Blogs?
Ehrliche Antwort? 0 Minuten. Ich habe zwar ein paar Blogs, die ich toll finde. Aber ich komme meistens nicht dazu, sie zu lesen.

Und genau aus dem obigen Grund, kann ich jetzt auch nur folgende drei Blogs nominieren, die ich es Wert finde zu lesen und zu pushen:

Saltlife
What’s going on
Madame Renard

Hier nun für Euch Nominierten die „Spielregeln“:
Ihr dankt demjenigen, der Euch nominiert hat, verlinkt ihn und beantwortet dessen 11 Fragen. Dann verfasst Ihr selbst 11 Fragen und nominiert 5 bis 11 Blogs, die Ihr über Eure Nominierung benachrichtigt.
Das Bild vom Liebster Award sollte in Eurem Beitrag vorkommen.

Hier nun meine 11 Fragen an Euch:

  1. Wenn Du auf einer einsamen Insel ausgesetzt werden würdest, welche drei Dinge würdest Du mitnehmen?
  2. Early Bird oder Morgenmuffel?
  3. Was zeichnet die Menschen aus, mit denen Du Dich gerne umgibst?
  4. Du hast drei Wünsche frei, was wünschst Du Dir?
  5. Schokolade oder Gewürzgurke?
  6. Wer ist Dein Lieblingspromi und warum?
  7. Wo trifft man Dich am Wochenende?
  8. Meer oder Berge?
  9. Welche ist Deine Lieblingsfarbe? Und warum?
  10. Wie motivierst Du Dich, wenn Du etwas tun musst, wozu Du überhaupt keine Lust hast?
  11. Was möchtest Du mit Deinem Blog erreichen?

Eine Whats App voller Baby-Einschlaftipps

Neulich rief mich meine Schwester (Mutter von einem 3 Monate alten Mädchen) völlig erledigt an: „Die Kleine schläft immer nur so kurz. Und sie lässt sich überhaupt nicht weglegen. Hast Du einen Tipp für mich? Ich komme ja noch nicht einmal zum Duschen, obwohl mir das so wichtig ist.“ Weil die Kleine im Hintergrund schrie, versprach ich: „Ich schreibe Dir eine Whats App“. Meine Einschlaf-Tipp-Liste wurde recht lang:

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Und ich schrieb noch mehr in die nicht mehr so kurze Kurznachricht:

„Oberwichtig: Dein Kind muss sich nach Dir richten! Du kannst ihr nur eine gute Mutter sein, wenn Deine Bedürfnisse nicht zu kurz kommen: die Dusche am Morgen ist Dir heilig? Setz‘ sie in den MaxiCosi und nimm‘ sie mit ins Bad! Du willst frühstücken? Schmier‘ Dir ein Brot und nimm‘ sie dann erst auf den Arm – einarmig essen geht, einarmig schmieren nicht! Wenn sie fünf Minuten weint, weil sie mal eben warten muss, ist das nicht schlimm. Du kannst ihr ja gut zureden.“

Ich schloss meine Nachricht mit:

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Meine Schwester hat einiges davon ausprobiert, nicht immer mit Erfolg. Aber der Satz „Alles nur eine Phase!“ zählt auch hier. Mein Schwesterherz, es ist anstrengend für den Moment, aber es geht vorbei.

Windel Juchee ! (Nachtrag zu Windel ade!)

Hatte ich in meinem letzten Beitrag tatsächlich geschrieben, dass ich mir absolut sicher bin, dass das Thema Windel bei uns in ein paar Wochen durch sein wird? Asche auf mein Haupt – ich habe. Und ich wurde mal wieder eines Besseren belehrt:
Nein, bei uns ist das Thema nicht vom Tisch. Nein, es ist sogar das krasse Gegenteil von „Trocken werden“ eingetreten:

Unsere Kleine war – wie neulich berichtet  – richtig gut davor, trocken zu sein. Sie ist mit Elan und Freude sowohl im Kindergarten (Krippe) als auch zu Hause zur Toilette gegangen. Egal welches Geschäft, es landete im Klo.

Dann fing es an: Sie ging nicht mehr im Kindergarten. Sie ging nicht mehr zu Hause. Ich ließ die Notfallhose weg, weil ich dachte, das würde sie motivieren – es ging alles in die Hose.

Also fragte ich die Kleine: „Warum gehst Du nicht mehr zur Toilette, wenn Du musst?“ Sie: „Is bin nis mehr groß, is bin jetz wieder klein.“ Ah ja. Sie war also wieder klein. Da es ihr sonst immer so wichtig war, groß zu sein, wunderte mich das etwas. Aber das Kleinsein äußerte sich auch in anderen Bereichen des alltäglichen Lebens: Ich sollte sie wieder füttern. Sie musste wieder in meinem Arm einschlafen. Sie wollte wieder eine Milch…. Also Regression auf der ganzen Linie.

Ich fragte mich, wo der plötzliche Sinneswandel herkommen könnte. Als ich die Kleine eines Tages vom Kindergarten abholte – fiel es mir auf: Ihre ganzen „großen“ Kindergartenfreunde waren kurz zuvor in die nächsthöhere Gruppe gewechselt. Sie gehörte jetzt zu den „Großen“ unter den vielen neuen „Kleinen“, die nachgerückt waren. Also sagte ich ihr: „Du gehörst doch jetzt zu den Großen. Dann kannst Du den Kleinen ganz toll vormachen, wie man auf Toilette geht.“ Sie: „Nein, is bin wieder klein, wie die anderen.“ Das war also der Grund. Ihre großen Vorbilder, die ihr selbst auch das Gefühl gegeben haben groß zu sein, waren weg. Und sie identifizierte sich wieder mit den kleinen Windelträgern.

So weit so gut: Was mache ich jetzt damit. Abwarten. Bloß keinen Druck aufbauen. Ich habe ihr gesagt: „Sag‘ mir bitte Bescheid, wenn Du wieder groß bist. Dann gehen wir wieder auf Toilette.“ Und zwischenzeitlich frage ich sie immer mal, ob sie auf Toilette gehen möchte. Gibt ja schließlich auch einen Gummibär … oder zwei.

Windel ade !

Für den diesjährigen Sommerurlaub hatten wir uns fest vorgenommen: Die Windel unserer Jüngsten soll weg. Bei unseren damals zweieinhalbjährigen Jungs haben wir das jeweils auch im Urlaub erfolgreich umgesetzt. Diese Vorgehensweise hat sich also bei uns bewährt. Aus folgenden Gründen:

  1. Die Kinder können ganztägig nackig herum laufen und daher ein besseres Gefühl für ihre „Bedürfnisse“ entwickeln.
  2. Man hat als Eltern selbst genug Ruhe und Zeit, sich darum zu kümmern.

Und genau deshalb wollten wir es bei unserer Tochter auch wieder so machen. Aber, wie Kinder nun mal so sind: kein Interesse. Und das, obwohl sie in letzter Zeit zu Hause öfter auf Toilette wollte – leider ohne Erfolg.

Zur Motivation ist der Toilettengang bei uns mit einem kleinen Belohnungssystem verknüpft: Für Pipi machen auf Toilette gibt es ein Gummibärchen. Für das große Geschäft sogar zwei. Zur Verdeutlichung füllen wir die Gummibärchen in ein Glas und stellen sie ins Bad. Sichtbar, aber außer Kinderreichweite. Über die pädagogische Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme lässt sich an dieser Stelle sicherlich streiten, bei meinen Jungs hat es aber 1A funktioniert. Warum also bei der Kleinen nicht?

Aber sie blieb dabei: kein Interesse. Wir sind locker geblieben. Sie ist ja auch noch jung. Also haben wir die Sache nicht weiter verfolgt und die Gummibärchen aufgegessen.

Vor genau einer Woche – wieder zu Hause – steht die Kleine plötzlich vor mir und sagt: „Mama, is muss Pipi!“ Ich frage: „Willst Du Pipi auf Toilette machen?“ Sie: „Ja!“ Also sind wir ins Bad gehechtet. Ich habe schnell so einen Kindereinsatz unter die Brille geschoben, Hose runter, Body auf, Windel aus und sie drauf gesetzt. Und siehe da: es klappte.

Mann, hat sie sich gefreut. Sie saß da, schaute sich dabei zu und rief vor Stolz: „Guck ma’, is mach Pipi!“ Zur Belohnung gab es ein Gummibärchen. Zur Feier des Tages wollten die großen Jungs gleich auch eins. Und sie teilte geschwisterlich aus.

Damit wir schnell sind, habe ich ihr nun Unterhosen gekauft. Bodies sind einfach zu sperrig. Ich ziehe ihr momentan auch nur Kleidchen oder Hosen mit Gummizug an, damit wir sie schnell hochschieben bzw. runterziehen können. Für den Kindergarten ziehe ich ihr zusätzlich diese handelsüblichen Windelhosen an. Ich sage ihr: „Für den Notfall.“ Bei uns sind das nämlich keine „Windeln“ mehr, sondern „Notfallhosen“. Denn sie ist ja jetzt schon groß.

Ich bin mir sicher: In ein paar Wochen ist das Thema „Windel“ bei uns durch. Bei den Jungs war das nämlich auch so. Zumindest tagsüber. Bei der Nachtwindel haben wir gewartet, bis die „Notfallhose“ zehn Nächte am Stück trocken geblieben ist. Dann haben wir auch diese weggelassen. Das kann unter Umständen nochmal länger dauern. Aber das ist vollkommen in Ordnung.

Vom Töpfchen haben wir übrigens immer abgesehen. Aus zwei Gründen: Erstens wollten wir gleich den „richtigen“ Ort fürs Geschäft etablieren. Und zweitens wollte keiner von uns den Kram wegmachen müssen. Aber das bleibt ja zum Glück jedem selbst überlassen.

Belohnungs-Gummibärchen

Seitdem klappt es mit dem Toilettengang ziemlich gut. Natürlich gab es schon das ein oder andere Malheur. Mit großem Geschrei und enttäuschtem Geweine. Wichtig ist dann immer, das Kind zu bestärken. Beim ersten Mal sagte ich zu ihr: „Das ist nicht so schlimm. Das kann immer mal passieren. Wenn Du merkst, dass Du Pipi musst, sagst Du einfach Bescheid.“ Beim nächsten Mal stand sie vor mir: „Bescheid!“ Da musste ich erst einmal lachen. Aber dann mussten wir schnell los. Für einen Gummibär nehmen wir nämlich die Beine in die Hand.