Eine Whats App voller Baby-Einschlaftipps

Neulich rief mich meine Schwester (Mutter von einem 3 Monate alten Mädchen) völlig erledigt an: „Die Kleine schläft immer nur so kurz. Und sie lässt sich überhaupt nicht weglegen. Hast Du einen Tipp für mich? Ich komme ja noch nicht einmal zum Duschen, obwohl mir das so wichtig ist.“ Weil die Kleine im Hintergrund schrie, versprach ich: „Ich schreibe Dir eine Whats App“. Meine Einschlaf-Tipp-Liste wurde recht lang:

FullSizeRender

Und ich schrieb noch mehr in die nicht mehr so kurze Kurznachricht:

„Oberwichtig: Dein Kind muss sich nach Dir richten! Du kannst ihr nur eine gute Mutter sein, wenn Deine Bedürfnisse nicht zu kurz kommen: die Dusche am Morgen ist Dir heilig? Setz‘ sie in den MaxiCosi und nimm‘ sie mit ins Bad! Du willst frühstücken? Schmier‘ Dir ein Brot und nimm‘ sie dann erst auf den Arm – einarmig essen geht, einarmig schmieren nicht! Wenn sie fünf Minuten weint, weil sie mal eben warten muss, ist das nicht schlimm. Du kannst ihr ja gut zureden.“

Ich schloss meine Nachricht mit:

FullSizeRender 2

Meine Schwester hat einiges davon ausprobiert, nicht immer mit Erfolg. Aber der Satz „Alles nur eine Phase!“ zählt auch hier. Mein Schwesterherz, es ist anstrengend für den Moment, aber es geht vorbei.

Tipps zur Beikosteinführung

Neulich kontaktierte mich Magdalena und bat mich um Rat bei der Beikosteinführung ihrer Tochter. Nachdem ich ihr meine Herangehensweise per Mail zugeschickt hatte, äußerte sie sich sehr dankbar. Sie hatte Erfolg. Daher habe ich meine persönlichen Erfahrungen nun noch einmal für Euch alle aufgeschrieben:

Bei der Beikosteinführung habe ich grundsätzlich immer Folgendes berücksichtigt:
1. Festere Nahrung bedeutet für so ein kleines Kind eine Riesenumstellung. Und zwar in vielerlei Hinsicht: geschmacklich, sensorisch, motorisch, verdaulich

2. Jedes Kind ist anders. Soll heißen: Manche Kinder nehmen Breinahrung schneller an. Andere tun sich damit vielleicht ein bisschen schwerer. Das kann auch unter Geschwisterkindern variieren. Es ist also alles möglich.

3. Konsequent, aber behutsam sein. Es hilft nichts, dem Kind den Brei auf Teufel komm raus „einzuflößen“. Und wenn es am Anfang nur ein Löffelchen isst – auch das ist schon ein Erfolg. Den Rest der Mahlzeit habe ich mit Milch vervollständigt. Irgendwann kamen meine Kinder dann auf den Geschmack und ich habe die Milchzufuhr reduziert bzw. ganz weglassen. Wichtig ist dennoch, am Ball zu bleiben. Also nicht gleich wieder damit aufhören, falls es mal nicht so gut klappt. Das Breiessen soll für das Kind langsam zur Routine werden.

4. Eintönigkeit geht vor Abwechslung. Damit das Kind sich langsam an den Geschmack gewöhnen kann, lieber bei einer Sorte Brei bleiben. Unsere Kinderärztin hat uns empfohlen: Karotte, Kürbis oder Pastinake.

5. Wasser trinken angewöhnen. Ich wollte meinen Kindern gleich angewöhnen, dass es zum „richtigen“ Essen Wasser zu trinken gibt. Dazu habe ich abgekochtes, lauwarmes Wasser in eine Milch-Saugflasche gefüllt und meinen Kindern beim Breiessen angeboten. Obst bzw. Saft habe ich aus Sorge um Bauchschmerzen, wunde Pos und Karies zu diesem frühen Zeitpunkt vermieden.

Meine Vorgehensweise (basiert auf Tipps unserer Kinderärztin):

Mit der Beikosteinführung habe ich persönlich bei meinen Kindern zu einer ähnlichen Zeit – also mit ca. 4,5 Monaten – angefangen. Da ganz klassisch: Karotte.

Erster Möhrenbrei

Als die Kinder dann die Möhre gut verdauen konnten – es passiert auch gerne mal, dass sich von der festeren Nahrung anfänglich Verstopfungen einstellen  – habe ich weitere Zutaten kombiniert:

Karotte-Kartoffel: für mindestens eine Woche, sehen, wie das Kind das verdauen kann.

Karotte-Kartoffel-Fleisch: wichtig für die Eisenzufuhr. In vegetarischer Form kann man – laut meiner Hebamme – aber auch Hirse nehmen.

Diese beiden Kombinationen habe ich dann recht lange gefüttert (die mit Fleisch nur zwei- bis dreimal pro Woche), bis ich „neue“ Geschmacksrichtungen eingeführt habe: Also Nudel- oder Reisgerichte (was die Babykosthersteller-Palette so zu bieten hat). Wenn ich mich aber recht erinnere, war das ab ca. dem 7. Lebensmonat.

Und erst als sich diese Mahlzeit, die man ja in der Regel als Mittagsmahlzeit einführt, zur täglichen Routine des Kindes entwickelt hat, habe ich mit dem Abendbrei (Milch-Getreide-Obst) angefangen.

So hat das bei uns ganz gut geklappt. Bei Fragen konnte mir unsere Kinderärztin sehr weiterhelfen. An die bzw. den würde ich mich bei Unsicherheiten immer wenden. Und irgendwann klappt das Essen von ganz alleine:

erster Zwieback

Und hier noch ein abschließender Tipp von Magdalena:

„Ich koche jetzt, auf Tipp einer Freundin hin, morgens einen Brei aus Gemüse (Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Zucchini, ein wenig Tomate, Möhre: immer was gerade da ist) und Obst. Den verwende ich den ganzen Tag, da kann man mittags Fisch oder Fleisch hinzufügen, nachmittags oder abends auch Getreideflocken und frisches Obst oder Milchbrei. Ich koche immer mit Süßkartoffeln (lecker!).“

Liebe Magdalena, danke Dir dafür. Und Euch allen viel Erfolg!

#strategieneinermutter

Zwei Baby-Einschlaf-Tricks

Das „Augen zu“ machen beim abendlichen Einschlafen fiel meinen drei Kindern schon immer schwer. Auch bereits im frischen Babyalter. Obwohl sie hundemüde waren, schauten sie in der Gegend umher. Nach dem Motto: „Wenn ich jetzt die Augen zu mache, könnte ich ja was verpassen.“ Damit unsere Babies loslassen konnten, um in Ruhe in den Schlaf zu finden, haben wir zwei Tricks angewandt:

1. Das Augenzustreicheln.
Im abgedunkelten Raum, mit dem Baby im Wiegegriff, in einen gemütlichen Sessel setzen. Dann mit vier Fingern der freien Hand immer wieder sanft und langsam vom Haaransatz des Kindes bis zu den Augenbrauen (also quasi senkrecht) streichen. Die Handfläche spendet den Kindsaugen dabei Schatten. Wer möchte, kann dabei auch leise „schhhhh“-Laute von sich geben.

CIMG0008

Vorteil: Sehr wirkungsvoll. Das Kind macht seine Augen automatisch auf „halbmast“ und schläft währenddessen friedlich ein.
Nachteil: Das Augen-zu-streicheln kann mitunter etwas länger dauern und für das zuständige Elternteil mühsam sein. Auch Gewöhnungseffekte können eintreten. Bei unserem ältesten Sohn haben wir diese Technik fast das gesamte erste Lebensjahr anwenden müssen.

2. Der „Augen zu“-Nachahmungseffekt.
Dieser Trick ist mehr oder weniger per Zufall entstanden und er ist ganz einfach: Sitzposition wie beim ersten Punkt einnehmen. Wer das nicht möchte, kann sich auch ans Gitterbettchen setzen. Dann dem Kind das Gesicht zuwenden und die Augen schließen. So als ob man selbst schläft. Dabei ruhig verhalten. Man glaubt es kaum, aber die Kinder schlafen dabei ein. Meine zumindest. Meine These: Das Kind merkt, dass Mama oder Papa zwar da sind, aber dem Kind nur noch passive Aufmerksamkeit schenken. Das scheint für die Kinder dann auch irgendwie langweilig zu sein. Wichtig ist jedoch, dass das Kind die geschlossenen Augen des Elternteils sehen kann.
CIMG2136
Vorteil: Mit wenig Aufwand zum Ziel. Entspannungsmoment bzw. kleines Nickerchen für die Eltern.
Nachteil: Kann mitunter lange dauern, bis das Kind tatsächlich schläft. Auch hier können Gewöhnungseffekte auftreten: „Ohne Mama oder Papa kann ich nicht einschlafen.“

#strategieneinermutter

Urlaub erster Teil: Fünf über den Wolken

Wir sind gerade im Urlaub. Das hatten wir Fünf dringend nötig. Die letzten Wochen lagen bei uns allen nur noch die Nerven blank: Vollzeitjob, Elternzeit, Vorschule und Kita sind für uns alle schwere Arbeit. Zeit also, endlich die Sachen zu packen und wegzufahren. Oder besser gesagt: zu fliegen.

Ja genau, wir sind geflogen. Und ich muss sagen, mit ein wenig Organisation im Vorfeld geht das eigentlich ganz gut. Hier die – aus meiner Sicht – 10 wichtigsten Dinge (nicht sortiert!), wenn man mit Kindern möglichst entspannt eine so aufregende Reise antritt:

1. Sitzplätze im Flieger reservieren.
Wenn man mit der rot-weißen Airline fliegt, die nach unserer Hauptstadt benannt ist, kann man kostenlos Sitzplätze für die ganze Familie reservieren. Ich habe gleich nach der Buchung bei der Service-Hotline angerufen und Plätze in der 1. Reihe bekommen. Für eine Familie die besten Plätze: Beinfreiheit, Schlafkörbchen für Babies, Nähe zur Toilette (und dem Cockpit), Flugbegleiter gut ansprechbar, schnelles Ein- und Aussteigen. Bei anderen Fluglinien geht das bestimmt auch.

2. Spielzeug einpacken.
Jedem Kind einen kleinen Rucksack mit flugzeugfreundlichem Spielzeug (keine Kleinteile oder lärmende Utensilien; eher Bücher, Kartenspiel, Schleichtiere) und Kuscheltier packen. Schon zwei Stunden Flug können für ein Kind seeeehr laaaaang werden.

3. Reiseapotheke an Bord haben.
Für die Kinder: Nasenspray gegen Druck auf den Ohren, am Besten vor dem Start und vor der Landung verabreichen. Babies beim Start eine Milchflasche oder Schnuller geben, damit durch das kontinuierliche Schlucken kein Druck entsteht.
Und auch wichtig: Zäpfchen gegen Übelkeit.

4. Proviant einpacken.
Der „Imbiss“ im Flieger ist ja eher ein Knetschbrot mit Krautsalat. Kein Vergnügen für Kinder. Ich schmiere unseren Kindern immer extra-Brote mit dem Aufschnitt, den sie mögen. Außerdem haben wir immernoch ein paar Kekse und Obst im Handgepäck. Kinder dürfen übrigens auch gefüllte Trinkflaschen mit zum Flughafen nehmen. Auch heißes Wasser zur Zubereitung von Babymilch ist bei der Sicherheitskontrolle erlaubt.

5. Jedem seinen Koffer.
Kinder lieben es, wenn sie ihr eigenes Gepäck haben. Und: sie dürfen sich am Geschleppe ruhig beteiligen. Unsere Jungs besitzen beide einen kleinen Kindertrolley, den sie gut hinter sich herziehen können.

6. Auf sperriges Gepäck verzichten.
Einmal hatten wir bei einer Flugreise einen Buggy dabei. Dieser verschwand aber im Flugzeug aus unerklärlichen Gründen und tauchte nie wieder auf. Seitdem verzichten wir im Urlaub auf die Karre. Als die Kleine letztes Jahr gerade mal drei Monate alt war, haben wir sie einfach in die Bauchtrage gepackt. Damit hatten wir dann auch beide Hände frei – je eine für einen Koffer und eine für ein Kind. Mit dieser guten Erfahrung haben wir es dieses Jahr wieder so gemacht. Der Kleinen hat es mit ihren 15 Monaten zwar nicht mehr so gut gefallen, aber für die kurze Zeit auf dem Flughafen, war es völlig ausreichend.
Hierzu folgende Anekdote: der Flieger ist gerade gelandet, da spricht mich die Flugbegleiterin an: „Ihr Kinderwagen wird Ihnen gleich gebracht.“ Ich: „Das ist nett, aber wir haben keinen dabei.“ Die Mutter in der Reihe hinter mir antwortet perplex: „Aber das geht doch gar nicht. Mit so einem kleinen Kind.“ Ich antworte zurück: „Doch das geht. Man muss nur den Mut dazu haben.“ Und es geht wirklich.

7. Bei frühen Flügen: Kinder in Anziehsachen schlafen legen.
Unser Flieger ging morgens um 6 Uhr. Das hieß für uns Eltern: 3 Uhr aufstehen, die Kinder haben wir bis 4 Uhr schlafen lassen. Dennoch für die Kleinen ein Albtraum, mitten in der Nacht geweckt zu werden. Damit das Gejammer und der Stress nicht zu groß werden, die Kinder am Vorabend bereits in ihren Reiseklamotten ins Bett gehen lassen. Dann kann man sie aus dem Bett holen und gleich ins Auto oder Taxi setzen.

8. Mut zum kleinen Mietauto.
Wir sind im Urlaub gerne autark. Deswegen buchen wir uns immer einen Mietwagen. Die großen Modelle sind uns aber zu teuer. Deswegen buchen wir immer einen Kleinwagen und sind jedes Mal aufs Neue überrascht, dass alle fünf Personen inklusive Gepäck (zwei große, zwei kleine Koffer und Handgepäck) und Kindersitze da rein passen. Aber es passt. Dieses Mal haben wir für die Jungs allerdings eine Sitzerhöhung statt Kindersitz, sonst hätten die drei Kinder nicht auf der Rückbank nebeneinander gepasst.

9. Mut zur kleinen Unterkunft.
Wer braucht schon in der Hauptsaison ein überteuertes Riesenappartement? Um Geld zu sparen, haben wir die letzten beiden Urlaube in der kleinen Version verbracht: Die Kinder teilen sich das einzige Schlafzimmer und mein Mann und ich nächtigen auf der Ausziehcouch. Die Kleine schläft ja noch im Babybett. Das heißt, wenn sie es tut und nicht als schwitzendes Knäuel zwischen uns liegt. So wie dieses Jahr.

10. Nach Möglichkeit drei Wochen verreisen.
Nach unserer Erfahrung ist die langfristig erholsamste Form von Urlaub drei statt zwei Wochen lang wegzufahren. In der Regel läuft es bei uns nämlich so: Mein Mann und die Kinder brauchen locker eine Woche, um abschalten zu können und „angekommen“ zu sein. Wir nennen das Akklimatisierung. Die zweite Woche ist dann toll. Alle sind super drauf und entspannt. Wenn wir dann eigentlich schon wieder die Koffer packen müssten, können wir ruhig sagen: zum Glück haben wir noch eine Woche. Es soll nicht dekadent klingen, sondern eine Empfehlung an all diejenigen sein, die es sich beruflich und natürlich auch finanziell leisten können. Drei Wochen Urlaub tuen allen unheimlich gut. Zeit bekommt dann auch für einen selbst eine ganz andere Dimension.

Und hier noch eine Idee für weitere, kompliziertere Anreisen:
Die Reise in Etappen aufteilen.
Letztes Jahr sind wir auf unsere Lieblingsinsel geflogen, die aber nur per Schiff erreichbar ist. Da kleine Kinder ja kein Zeitgefühl haben, haben wir die Anreise zur „Expedition“ ernannt und in Etappen aufgeteilt:
1. Etappe: Mit Auto zum Flughafen
2. Etappe: Mit Flugzeug zur Nachbarinsel
3. Etappe: Mit Taxi zum Hafen
4. Etappe: Mit Schiff auf die Insel
5. Etappe: Mit Mietauto zum Urlaubsdomizil
So hatten die Kinder immer einen Anhaltspunkt, wie lange die Reise noch dauern wird.

Mehr aus dem Urlaub folgt, jetzt erst einmal Füße hoch und abschalten!

20140814-143719-52639729.jpg

#strategieneinermutter

Die Schnullerregel mit -box

Ab Tag 1 seiner Geburt schrie unser Ältester unablässig. Noch im Krankenhaus versuchten wir alles, um ihn zu beruhigen: wir trugen ihn herum, schuckelten ihn im Arm, sangen Lieder … nichts half. Die Krankenschwestern kamen mit dem immer gleichen Tipp um die Ecke: „Das Kind anlegen.“ Aufgrund meiner bereits lädierten Brustwarzen war das für mich kein Zustand, den ich dauerhaft ertragen konnte und wollte.

Am fünften Lebenstag trafen wir – mittlerweile zu Hause – unsere Hebamme. Wir schilderten ihr unser Leid. Und sie sagte ganz pragmatisch: „Habt Ihr es schon mal mit einem Schnuller probiert?“ Ehrlich gesagt, waren wir – erstgebärend und verpeilt – darauf noch gar nicht gekommen.

Meine Mutter sagte mir: „Du musst nur abwarten, dann findet das Kind von alleine seinen Daumen.“ Doch ich wollte gar nicht, dass meine Kinder am Daumen lutschen. Denn das Daumen lutschen ist – meiner Meinung nach – schwer wieder abzugewöhnen. Einen Schnuller kann man verschwinden lassen, einen Daumen nicht. Ich spreche da aus eigener Erfahrung: Ich selbst habe am Daumen genuckelt, bis ich 10 Jahre alt war. Vier Jahre feste und zwei Jahre lockere Zahnspange inklusive.

Aber zurück zu unserem Erstgeborenen. Wir nahmen den Rat der Hebamme an und kauften einen Schnuller, den unser Sohn auch gleich gierig in sich rein saugte. Und: er war ruhig. Ein bisschen komisch sah das kleine Wesen mit diesem überdimensionalen, bunten Ding im Mund schon aus. Aber die Erleichterung oder besser Erlösung von dem quälenden Geschrei war für uns vorrangig.

20140703-222715-80835820.jpg
Wir hatten also ein Schnullerkind. Das störte uns nicht weiter. Zumindest nicht, bis zu dem Zeitpunkt, wo unser Sohn anfing sprechen zu lernen. Also mit ca. einem Jahr. Wo die ersten Laute kommen, Silben gebildet, Worte geübt werden. Da fängt der Sauger nämlich an zu stören.

Mein Mann war von Anfang an sehr bedacht darauf, dass wir dem Kind keinen Sprachfehler antrainieren. Also haben wir wieder einmal eine Regel aufgestellt und sie ungefähr so unserem Sohn mitgeteilt: „Du bist ja jetzt ein großer Junge. Da brauchst Du den Schnuller nur noch zum Schlafen.“ Wir haben die Regel konsequent umgesetzt. Unser Sohn gab auch freiwillig seinen Schnuller, wenn man ihn darum bat. Natürlich haben wir Ausnahmen gemacht. Wenn der Kleine sich weh getan hatte, krank oder hundemüde war, bekam er seinen „Schnulli“.

Allerdings liebte unser Sohn die Sauger so sehr, dass er vehement danach verlangte, sobald er sie erblickte. Es musste also eine Lösung her, um die Schnuller tagsüber verschwinden zu lassen. Ich nahm eine Holzschachtel und ließ sie von unserem Sohn nach seinem Geschmack anmalen. Danach legte ich die Kiste mit einem schönen Stoff aus und eröffnete ihm: „Das ist jetzt Deine Schnullerbox. Da schlafen Deine Schnuller solange, bis Du sie zum Schlafen brauchst.“ Wir stellten die Box ins Regal in seinem Zimmer. Also in Sicht-, aber außer Reichweite. Das hat gut funktioniert.

20140703-222714-80834486.jpg
Für seinen jüngeren Bruder haben wir – im adäquaten Alter – ebenfalls die Schnullerregel eingeführt. Wir brauchten aber keine Box, weil er nicht so stark hinter seinen „Nuni“s her war.

Unsere Jüngste schlägt nach ihrem ganz großen Bruder. Sie gibt den Schnuller zwar freiwillig ab (und das mit 14 Monaten!), wird aber nahezu wahnsinnig, wenn sie einen ihrer „Didi“s sieht. Da kippt auch schon mal die Stimmung. Deswegen habe ich mir fest vorgenommen, demnächst auch mit ihr eine Schnullerbox zu bemalen. Eine Schachtel habe ich schon zur Seite gestellt.

Übrigens: Die Box von unserem Großen dient mittlerweile als Aufbewahrungskiste für Sticker. Für ihn ist sie jedoch nach wie vor das, was sie mal war. Er nennt sie immernoch: Schnullerbox.

#strategieneinermutter

Der Notfall-Mundöffnergriff

Gestern war meine Freundin mit ihrer einjährigen Tochter zu Besuch. Und zwar diejenige, die so professionell ausgestattet ist (siehe auch Du bist aber well-equipped!). Das Wetter war so herrlich, da saßen wir gemütlich bei uns im Garten auf einer ausgebreiteten Decke und quatschten. Meine beiden Großen plantschten mit Wasser, die Kleinen krabbelten auf bzw. neben der Decke.
Während meine Tochter zu den Wasserspielen ihrer Brüder aufbrach, machte es sich die Tochter meiner Freundin zum Sport, unsere Gänseblümchen abzuzupfen und genussvoll aufzumampfen. Meine Freundin blieb entspannt – Gänseblümchen sind ja essbar. Als die Kleine aber ein ganz großes Blümchen samt Stiel in den Mund schob, wurde es selbst meiner Freundin zu heikel. Sie wollte dieses Blümchen aus dem Mund ihrer Tochter holen. Und zwar ungefähr so:20140430-223505.jpg

Das Finger-in-den-Mund-stecken half aber nicht. Die Kleine presste Kiefer und Lippen so fest aufeinander, dass meine Freundin den Mund nicht aufbekam. Und das machen Kinder immer so. Ich spreche da aus dreifacher Erfahrung. Zum Glück hat mich ein versierter Mensch vom medizinischen Fach einen garantiert wirksamen Mundöffnungsgriff gelehrt. Von diesem berichtete ich meiner Freundin sogleich: „Es gibt da so einen Griff, um dem Mund aufzumachen.“ Sie: „Ja? Mach mal!“ Und ich machte bei ihrer Tochter so:

20140430-223523.jpg
Man muss also Daumen und Zeigefinger rechts und links von den Mundwinkeln ansetzen und kräftig zudrücken. Und dann mit der anderen Hand das corpus delicti – in diesem Fall das Gänseblümchen – entfernen. Das könnt ihr ruhig mal bei Euch selbst ausprobieren. Ich wette, auch Ihr könnt dann Euren Kiefer nicht mehr zusammenhalten. Für den Notfall – Kleinstspielzeug, Murmel, Nuss etc. im Mund des Kindes – kann dieser Griff also jede Menge Stress und – im schlimmsten Fall – Leid verhindern.

Das Urteil meiner Freundin: „Das ist auf jeden Fall ein Blog-Post wert.“ Bitteschön. Hier ist es!

#strategieneinermutter

„Du bist aber well-equipped!“

Nein, zu mir hat das noch keiner gesagt. Diesen Satz habe ich selbst laut ausgerufen. Und zwar vor lauter Bewunderung. Denn es gibt Menschen in meinem Umfeld (zwei im Speziellen), die in Sachen Baby immer bestens ausgestattet sind. Mit „ausgestattet“ meine ich originelles Equipment, was das Leben mit Baby durchaus praktischer machen soll – ich würde vor allem sagen: professioneller. Ja, das sind für mich richtige Baby-Profis, obwohl – oder vielleicht auch weil – sie ihr erstes Kind haben.

Da gibt es schicke wasserfeste Wickeletuis, Stillschürzen, Schnullerreinigungstücher, Kinderwagen-befestigungsfähige Schnullertäschchen, Milchflaschenthermometer, Milchpulvervordosierboxen, ja ganze Vaporisator-Maschinen werden angeschafft.
Neulich bin ich aus allen Wolken gefallen, als meine Freundin im Café folgendes Equipment auspackte: Breithermobecher, Löffel- und Zwiebackbox.
20140315-162510.jpg

Das soll gar nicht abwertend klingen, aber ich frage mich manchmal: Braucht man das? Muss das sein? Und vor allem: Was das alles kostet.

Bei mir geht es eher etwas improvisierter, aber nicht weniger praktisch zu: Ich packe Windeln und Feuchttücher einfach so in meine Handtasche, ich habe meine Brust und mein trinkendes Baby mit einem Spucktuch vor Blicken geschützt, ich fülle Breipulver in eine Plastikdose und rühre bei Bedarf frisch an, ich rolle meinen Breilöffel in ein Stück Küchenrolle, ich spüle sandige Schnuller mit Trinkwasser ab, ich teste am Handgelenk die Temperatur der Flasche, ich dosiere das Milchpulver im Fläschchen selbst vor, ich koche Flaschen und Schnuller im Kochtopf auf dem Herd ab … Ehrlich gesagt, hatte ich noch nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Auch nicht, seitdem ich weiß, dass es sie gibt, diese Dinge.

Während meine Freundinnen ihr Equipment ungemein praktisch finden, kommt mein Pragmatismus eher daher, vorhandene Alltagsgegenstände zu nutzen. Das einzig wirklich Praktische, was wir uns angeschafft haben, war ein Flaschen- und Gläschenwärmer mit Stecker fürs Auto. Der hat sich bei langen Autofahrten wirklich rentiert.

Meine Freundin hat ihre vor Geburt gekaufte Stillschürze übrigens nie benutzt. Sie sagt: „Das Preisschild ist immernoch dran.“ Das hat mich dann doch beruhigt.

#strategieneinermutter