Eine Whats App voller Baby-Einschlaftipps

Neulich rief mich meine Schwester (Mutter von einem 3 Monate alten Mädchen) völlig erledigt an: „Die Kleine schläft immer nur so kurz. Und sie lässt sich überhaupt nicht weglegen. Hast Du einen Tipp für mich? Ich komme ja noch nicht einmal zum Duschen, obwohl mir das so wichtig ist.“ Weil die Kleine im Hintergrund schrie, versprach ich: „Ich schreibe Dir eine Whats App“. Meine Einschlaf-Tipp-Liste wurde recht lang:

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Und ich schrieb noch mehr in die nicht mehr so kurze Kurznachricht:

„Oberwichtig: Dein Kind muss sich nach Dir richten! Du kannst ihr nur eine gute Mutter sein, wenn Deine Bedürfnisse nicht zu kurz kommen: die Dusche am Morgen ist Dir heilig? Setz‘ sie in den MaxiCosi und nimm‘ sie mit ins Bad! Du willst frühstücken? Schmier‘ Dir ein Brot und nimm‘ sie dann erst auf den Arm – einarmig essen geht, einarmig schmieren nicht! Wenn sie fünf Minuten weint, weil sie mal eben warten muss, ist das nicht schlimm. Du kannst ihr ja gut zureden.“

Ich schloss meine Nachricht mit:

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Meine Schwester hat einiges davon ausprobiert, nicht immer mit Erfolg. Aber der Satz „Alles nur eine Phase!“ zählt auch hier. Mein Schwesterherz, es ist anstrengend für den Moment, aber es geht vorbei.

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Windel Juchee ! (Nachtrag zu Windel ade!)

Hatte ich in meinem letzten Beitrag tatsächlich geschrieben, dass ich mir absolut sicher bin, dass das Thema Windel bei uns in ein paar Wochen durch sein wird? Asche auf mein Haupt – ich habe. Und ich wurde mal wieder eines Besseren belehrt:
Nein, bei uns ist das Thema nicht vom Tisch. Nein, es ist sogar das krasse Gegenteil von „Trocken werden“ eingetreten:

Unsere Kleine war – wie neulich berichtet  – richtig gut davor, trocken zu sein. Sie ist mit Elan und Freude sowohl im Kindergarten (Krippe) als auch zu Hause zur Toilette gegangen. Egal welches Geschäft, es landete im Klo.

Dann fing es an: Sie ging nicht mehr im Kindergarten. Sie ging nicht mehr zu Hause. Ich ließ die Notfallhose weg, weil ich dachte, das würde sie motivieren – es ging alles in die Hose.

Also fragte ich die Kleine: „Warum gehst Du nicht mehr zur Toilette, wenn Du musst?“ Sie: „Is bin nis mehr groß, is bin jetz wieder klein.“ Ah ja. Sie war also wieder klein. Da es ihr sonst immer so wichtig war, groß zu sein, wunderte mich das etwas. Aber das Kleinsein äußerte sich auch in anderen Bereichen des alltäglichen Lebens: Ich sollte sie wieder füttern. Sie musste wieder in meinem Arm einschlafen. Sie wollte wieder eine Milch…. Also Regression auf der ganzen Linie.

Ich fragte mich, wo der plötzliche Sinneswandel herkommen könnte. Als ich die Kleine eines Tages vom Kindergarten abholte – fiel es mir auf: Ihre ganzen „großen“ Kindergartenfreunde waren kurz zuvor in die nächsthöhere Gruppe gewechselt. Sie gehörte jetzt zu den „Großen“ unter den vielen neuen „Kleinen“, die nachgerückt waren. Also sagte ich ihr: „Du gehörst doch jetzt zu den Großen. Dann kannst Du den Kleinen ganz toll vormachen, wie man auf Toilette geht.“ Sie: „Nein, is bin wieder klein, wie die anderen.“ Das war also der Grund. Ihre großen Vorbilder, die ihr selbst auch das Gefühl gegeben haben groß zu sein, waren weg. Und sie identifizierte sich wieder mit den kleinen Windelträgern.

So weit so gut: Was mache ich jetzt damit. Abwarten. Bloß keinen Druck aufbauen. Ich habe ihr gesagt: „Sag‘ mir bitte Bescheid, wenn Du wieder groß bist. Dann gehen wir wieder auf Toilette.“ Und zwischenzeitlich frage ich sie immer mal, ob sie auf Toilette gehen möchte. Gibt ja schließlich auch einen Gummibär … oder zwei.