„Paghetti inne Nase!“

Gestern saß ich mit meinen Kindern beim Abendessen. Es gab Nudeln. Genauer gesagt Spaghetti. Die Laune war gut, der Hunger war groß. Und die Kinder quasselten und quatschten und es herrschte eine sehr nette Atmosphäre.

Mittendrin fing unsere Kleine (2) fröhlich an zu singen: „Paghetti inne Nase ! Paghetti inne Nase !“ Und die Jungs und ich fingen an zu lachen. Wir fanden ihren originellen Singsang wirklich witzig. Bis zu dem Moment, indem ich Begriff, dass sie wirklich ein Stück Spaghetti in der Nase stecken hatte.

Ich wurde ein bisschen unruhig und sagte zu ihr: „Bleib so, wie Du bist. Ich hole schnell eine Pinzette und ziehe sie Dir wieder raus.“ Aber weit gefehlt! Kaum hatte ich mich vom Stuhl erhoben, atmete die Kleine ein und schwupp – die Spaghetti verschwand in den kleinen hinteren Windungen ihrer Nase. Obwohl man die Spaghetti noch sehen konnte, für meine Pinzette war sie zu weit weg.

Also überlegte ich hin und her. Krankenhaus oder nicht. Krankenhaus oder nicht. Krankenhaus oder … Ich wägte ab: Dem Kind geht es gut. Es bekommt ausreichend Luft, hat ja noch ein freies Nasenloch und den Mund zum atmen übrig und singt weiterhin seinen Spaghetti-Song. So schlimm kann es also nicht sein. Dennoch wollte ich das Teil vor dem Schlafen gehen aus dem Kind haben.

Und dann dachte ich pragmatisch: Es ist 19 Uhr. Jetzt noch mit allen drei Kindern in die Notaufnahme zur endoskopischen Entfernung einer Spaghetti aus dem Riechorgan? Eine Horrorvorstellung. Nicht wegen der Endoskopie, sondern wegen des damit einhergehenden Aufwands.

Ich habe mich dazu entschieden abzuwarten. Ich ließ die Kinder noch ein wenig spielen. Wir zogen Schlafanzüge an und putzten die Zähne. Zwischendurch versuchte ich, meine Tochter dazu zu animieren, kräftig durch die Nase auszupusten. Außer ein leises „Ffffffff“ kam da aber nicht viel. Die Spaghetti blieb nach wie vor am Anschlag der Nasenwurzel. Für meine Pinzette unerreichbar.

Und dann plötzlich, als die Kleine gerade den Toilettengang übte (bisher ohne Erfolg), sah ich die Spaghetti nach vorne rutschen. Ich rief: „Bleib so wie Du bist.“ Sie blieb tapfer auf dem Klo hocken, ich sprintete die Treppen runter zum Esstisch – wo ich die Pinzette schlauerweise hatte liegen lassen – sprintete wieder hoch, schnappte mir das Corpus Delicti und zog es aus dem Nasenloch wieder heraus. (Bitte nicht ekeln: Dies ist nicht die Original-Spaghetti. Das Foto ist nachgestellt. Aber die Länge stimmt ungefähr.)

IMG_2910

Meine Erleichterung war groß. Hätte ich das Ding nämlich nicht erwischt, wäre ich doch noch mit ihr in die Notaufnahme gedüst. Meine Tochter fand das alles nur lustig. Ich sagte zu ihr: „Bitte steck‘ Dir nie mehr etwas in die Nase.“

Ob sie daraus gelernt hat? Nämlich, dass man sich niemals irgendetwas in irgendeine Körperöffnung steckt, wo es nicht hingehört. Wohl kaum. Heute morgen beim Frühstück sang sie „Müsli inne Nase! Müsli inne Nase!“ Zum Glück ohne Wahrheitsgehalt. Da konnten wir alle befreit drüber lachen.

#strategieneinermutter

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4 Gedanken zu “„Paghetti inne Nase!“

  1. Das hat ja gut geendet……aber ich kann mir auch vorstellen, dass sich die Nudel aufgelöst hätte. Schwieriger ist das mit Nüssen 😦

  2. Es erinnerte mich an meinen Sohn vor Jahren, er hatte ein Stück Apfel eingeatmet. Wir landeten im Krankenhaus, kurz vor der OP hat er es zum Glück ausgehustet….

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