Kleine Naturforscher

Neulich am Wochenende war es trüb und grau. Unsere Kinder gehen dann eher nicht gern aus dem Haus. Wir Eltern wollten aber gern raus aus der Stadt, ins Grüne und ein bisschen frische Luft schnappen. Und Ruhe genießen. Weil wir wussten, dass wir auf ein euphorisches „Los Kinder, lasst uns in den Wald fahren!“ nur ein müdes „Och nööööö!“ oder „Ich will lieber zu Hause bleiben!“ ernten würden, sind wir die Sache gleich spielerisch angegangen.

Schon beim Frühstück eröffneten wir: „Heute gehen wir auf eine Expedition!“ Sechs große Augen schauen uns an. Und gleich die aufgeregte Frage: „Was machen wir denn?“ Papa antwortet: „Wir fahren in den Wald und erforschen die Natur.“ Die Kinder: „Juchuhhhh!“ Und dann gleich: „Wie machen wir das denn?“ Ich: „Na ja, wir gehen auf Spurensuche von Tieren oder versuchen Pflanzen und Pilze zu bestimmen.“ Unser Großer sogleich: „Da können wir auch Vögel beobachten. Ich nehme mein Fernglas mit.“ Und der Mittlere: „Dürfen wir auch unsere Schnitzmesser einpacken?“ Wir: „Na klar, alles was man als Naturforscher so braucht, müssen wir einpacken.“ Und der Mittlere wieder: „Und Proviant brauchen wir auch.“ Natürlich.

Also haben wir nach dem Frühstück alles zusammengepackt: den Naturführer zum Pflanzen und Pilze bestimmen, die Schnitzmesser, das Fernglas und jede Menge Essen und Trinken. Und weil es so trüb und grau und kalt draußen war, haben wir uns richtig matsch- und wetterfest angezogen und sind in den Wald gefahren.

Wenn unsere Kinder in einer abenteuerlichen Geschichte stecken, sind sie nicht mehr zu bremsen. Sie nehmen ihren Job als Naturforscher sehr ernst: jeder Stock wird umgedreht (und angeschnitzt), jeder Pilz auf Herz und Nieren geprüft, jede Höhle inspiziert, bei jedem abgesägten Baum das Alter bestimmt, jeder Käfer untersucht…

An solchen Tagen kommt man zwar – rein streckenmäßig – nicht weit, aber es macht ganz viel Spaß. Zu sehen, wie die Kinder aufblühen. Wie zufrieden sie sind. Kein Meckern und kein Jammern. Kein „Ich kann nicht mehr!“ oder „Wann fahren wir wieder nach Hause?“ Der Weg ist das Ziel. Und die Kinder machen sich die Natur zu eigen. Und dann erntet man als Eltern auch mal dank. Im Auto hörten wir: „Das war ein richtig toller Tag!“ Ja, das fanden wir auch.

#strategieneinermutter

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