Der pragmatische Adventskalender

Nein, dies wird kein neumodischer Weihnachtsengel.

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Dieses unheilige Chima-Geschöpf wird der Inhalt eines unserer diesjährigen Adventskalender.

Zum Hintergrund: Die Organisation der Adventskalender unserer Kinder hat uns in den letzten Jahren ziemlich viele Abendstunden und Nerven gekostet: Inhalte überlegen, besorgen, verpacken …. und was das alles kostet ! Und am Ende schickt dann Oma noch netterweise einen Schokoladen-Adventskalender und die Kinder sind morgens schon völlig Irre vom teilweise doppelten Zucker (siehe auch Die Schnuckebox).

Auf den selbstgemachten Adventskalender wollten mein Mann und ich trotzdem nicht verzichten. Also haben wir uns bereits im letzten Jahr überlegt, dass wir (1) keine Süßgikeiten mehr reinmachen und (2) einen Bausatz in 24 Häufchen aufteilen und die Kinder so jeden Tag ein bisschen was zum zusammenbauen haben, bis sie sich an Heiligabend über ihr fertiges Bauwerk freuen können.

Der Vorteil: Der Bausatz ist schnell besorgt. Und für die Kinder ist es unheimlich aufregend, ihr Bauwerk jeden Tag ein Stück wachsen zu sehen. Der Nachteil: Es kostet immernoch ein wenig Zeit, um die Säckchen mit den richtigen, aufeinander folgenden Bauschritten zu befüllen. Der Kostenrahmen ist auch ungefähr gleich geblieben.

Und die Kleine? Sie bekommt in ihren ersten Säckchenkalender für jeden Tag einen Smartie in ihr Säckchen gefüllt. Dann hat sie auch was Kleines für sich zum Auspacken: „Meimer!“ (übersetzt: „meins“) ist nämlich gerade ihr Lieblingswort. Da soll es ja schon einigermaßen gerecht zugehen.

Gestern habe ich von einer weiteren schönen Adventskalender-Idee gehört. Diese ist für all diejenigen geeignet, die sich u.a. die Mühe und den Platz mit vielen Kalendern sparen wollen: Einen Familien-Kalender für alle.
Jeder – auch die Eltern oder Großeltern – darf dann mal was auspacken. Um Neidsituationen zu vermeiden, sollten die Kinder jedoch immer am selben Tag etwas auspacken dürfen.

Die Idee finde ich aus mehreren Gründen gut: Es fördert das Gemeinschaftsgefühl der ganzen Familie. Die Kinder lernen einerseits, auch mal zurückzustehen und andererseits sich für die anderen zu freuen. Und: Mein Mann und ich bekommen auch mal was ab.
Ich denke, der „Familien-Kalender“ wird nächstes Jahr auf jeden Fall unser Treppengeländer schmücken.

#strategieneinermutter

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Mittagspause für alle

Neulich am Wochenende ist bei uns zu Hause Folgendes passiert:

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Unfassbar! Mein Mann ist einfach so am Tisch eingeschlafen. Und das nicht nur für zehn Minuten.
Später sagte er zu mir: „Ich konnte nicht mehr!“ Ich kann dieses Gefühl der absoluten Erschöpfung sehr gut nachvollziehen, tue aber meistens nichts dagegen (außer vielleicht abends früher ins Bett zu gehen). Und mein Mann? Na ja, sieht man ja…

Meine Schwester – selbst Mutter von drei Jungs – praktiziert dagegen eine einfache und wirkungsvolle Strategie. Sie heißt Mittagspause für alle. Und das funktioniert so: Wenn ihr Jüngster nach dem Mittagessen zum Schlafen geht, dann legt sie sich auch hin und macht – wenn auch nicht ganz so lange – Mittagsschlaf. Die großen Jungs wissen das und sind derweil in ihren Zimmern, hören CD oder spielen leise.

Damit haben alle eine Lärm-, Tobe- und Ausruhphase. Und meine Schwester kann neue Kraft für die zweite Tageshälfte tanken.

Was banal klingt, ist eigentlich ein tolles System. Denn: Wenn die Kinder aufhören Mittagsschlaf zu machen, neigt man ja dazu, den Tag mit den Kindern „durchzuhalten“. Ich jedenfalls. Aber selbst wenn die Kinder in dieser Zeit nicht schlafen, eine Erholungspause tut auch ihnen gut. Und wenn man das frühzeitig ritualisiert und fest in den Tagesablauf einplant, ist die Pause und damit das Ausruhen für Mama und/oder Papa obligatorisch. Super!

Gestern nachmittag habe ich es ausprobiert. Und es war toll: Die Kleine schlief in ihrem Bett, ich kuschelte mich mit Decke aufs Sofa. Die Jungs haben das Pausen-Angebot dankend angenommen, sich eine CD angemacht und zu mir gekuschelt. Die beiden sind nach einer anstrengenden Woche eben auch einfach platt.

Wir haben uns fest vorgenommen: Bei uns wird es jetzt öfter Mittagspause für alle heißen. Und bei Euch vielleicht auch?! Ich kann es nur empfehlen.

#strategieneinermutter

Zwei Baby-Einschlaf-Tricks

Das „Augen zu“ machen beim abendlichen Einschlafen fiel meinen drei Kindern schon immer schwer. Auch bereits im frischen Babyalter. Obwohl sie hundemüde waren, schauten sie in der Gegend umher. Nach dem Motto: „Wenn ich jetzt die Augen zu mache, könnte ich ja was verpassen.“ Damit unsere Babies loslassen konnten, um in Ruhe in den Schlaf zu finden, haben wir zwei Tricks angewandt:

1. Das Augenzustreicheln.
Im abgedunkelten Raum, mit dem Baby im Wiegegriff, in einen gemütlichen Sessel setzen. Dann mit vier Fingern der freien Hand immer wieder sanft und langsam vom Haaransatz des Kindes bis zu den Augenbrauen (also quasi senkrecht) streichen. Die Handfläche spendet den Kindsaugen dabei Schatten. Wer möchte, kann dabei auch leise „schhhhh“-Laute von sich geben.

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Vorteil: Sehr wirkungsvoll. Das Kind macht seine Augen automatisch auf „halbmast“ und schläft währenddessen friedlich ein.
Nachteil: Das Augen-zu-streicheln kann mitunter etwas länger dauern und für das zuständige Elternteil mühsam sein. Auch Gewöhnungseffekte können eintreten. Bei unserem ältesten Sohn haben wir diese Technik fast das gesamte erste Lebensjahr anwenden müssen.

2. Der „Augen zu“-Nachahmungseffekt.
Dieser Trick ist mehr oder weniger per Zufall entstanden und er ist ganz einfach: Sitzposition wie beim ersten Punkt einnehmen. Wer das nicht möchte, kann sich auch ans Gitterbettchen setzen. Dann dem Kind das Gesicht zuwenden und die Augen schließen. So als ob man selbst schläft. Dabei ruhig verhalten. Man glaubt es kaum, aber die Kinder schlafen dabei ein. Meine zumindest. Meine These: Das Kind merkt, dass Mama oder Papa zwar da sind, aber dem Kind nur noch passive Aufmerksamkeit schenken. Das scheint für die Kinder dann auch irgendwie langweilig zu sein. Wichtig ist jedoch, dass das Kind die geschlossenen Augen des Elternteils sehen kann.
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Vorteil: Mit wenig Aufwand zum Ziel. Entspannungsmoment bzw. kleines Nickerchen für die Eltern.
Nachteil: Kann mitunter lange dauern, bis das Kind tatsächlich schläft. Auch hier können Gewöhnungseffekte auftreten: „Ohne Mama oder Papa kann ich nicht einschlafen.“

#strategieneinermutter