Die Geschwistertüte

Es ist Einschulungszeit. Und auch wir sind mit von der Partie. Unser Ältester kommt in die erste Klasse. Und da gilt es, DIE Schultüte zu basteln. So anstrengend und abendfüllend es auch ist, wir lassen es uns nicht nehmen, die Tüte für unseren Sohn komplett selbst zu basteln. Und damit die Geschwister nicht neidisch werden (das sind sie sowieso, zumindest einer, nämlich unser 4jähriger: „Mama, ich will jetzt auch schon in die Schule!“), bekommen sie eine kleinere und viel kleinere Geschwistertüte. Und wenn man auch noch das Glück hat, dass zur Einschulung der Bastel-Opa zu Besuch kommt, kann das einer Dinosauriertüte nur zuträglich sein.

Und so sieht das Endergebnis bei uns aus …

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Da macht die Einschulung auch den Geschwistern Spaß. Viel Spaß und Erfolg an alle, bei denen die Einschulung bevorsteht. Wie unsere Lehrerin beim Elternabend so schön zu uns sagte: „Herzlichen Glückwunsch, auch Sie sind jetzt offiziell eingeschult.“ Ich bin gespannt!

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Urlaub die Zweite: Hund, U-Boot und Wassermann

Diesen Urlaub wollten wir dazu nutzen, unserem Ältesten das Schwimmen beizubringen. Dazu folgende Hintergrundgeschichte: Unser Sohn war schon immer eine Wasserratte: tauchen in der Badewanne bereits mit drei Jahren, ins Wasser springen mit Untergluckern mit Vier … also – dachten wir – würde es nur eine Frage der Zeit sein, bis er auch Schwimmen lernen würde. Wir waren also mit dem Thema sehr entspannt.

Dann kam die Vorschule. In seiner Klasse – überwiegend 5jährige – hatten bereits zwei Drittel das Seepferdchen an ihre Badehosen und -anzüge nähen dürfen. Die konnten also schon schwimmen. Diese Information setzte mich so dermaßen unter Druck, dass ich unseren Sohn gleich zum nächsten Zyklus in der Schwimmschule anmeldete.

Ich stelle mal die Frage in den Orbit: Hat jemand von Euch schon einmal mit drei Kindern eine Schwimmschule besucht? Für alle, die es (noch) nicht selbt erlebt haben: Es ist ein Alptraum! Mal von den hitzigen Temperaturen abgesehen (ich war jedes Mal bereits nach fünf Minuten klatschnass geschwitzt), musste ich zusehen, dass mein Sohn sich zügig umzieht, dann musste ich die anderen beiden bis auf Unterhose und Body ausziehen (mich hätte ich auch lieber so weit ausgezogen, aber des Anstands wegen habe ich es natürlich gelassen), Badeschlappen an, Baby in MaxiCosi verstauen, damit sie nicht dauernd auf diesem Fußpilzverseuchten Boden herumkriecht und dann noch Bruder bespaßen, damit der sich nicht auch noch unter die Schwimmschüler schmuggelt. Und dann auch noch die andauernden Adrenalinstöße, weil ich Angst hatte, dass mein Großer in der Zwischenzeit absäuft. Das gleiche Prozedere dann auch nocheinmal eine Dreiviertelstunde später nach dem Unterricht, nur noch mit zusätzlichem Duschen und superheißem Föhnen … ehrlich gesagt: ich war jedes Mal so fertig, als hätte ich selbst dem Schwimmunterricht beigewohnt.

Nach der zweiten Unterrichtseinheit gestand mir mein Ältester unter vier Augen: „Du Mama, ich will nicht mehr in den Schwimmkurs. Wir tauchen da immer so viel, dass ich einen Kloß im Hals bekomme.“ Und ich dachte: „Ich will auch nicht mehr in Deinen Schwimmkurs, weil ich nicht mehr mit hochrotem Kopf und nassgeschwitztem T-Shirt auf der Bank sitzen, Angst um Dich haben, und Deine Geschwister bei Laune halten will.“ Laut sagte ich aber: „Du ganz im Ernst, wenn Du da nicht mehr hingehen willst, dann lassen wir das. Dann bringen wir Dir eben das Schwimmen bei. Und wenn Du willst, kannst Du das Seepferdchen dann im Schwimmbad beim Bademeister machen.“ Ehrlich gesagt, mir haben meine Eltern auch das Schwimmen beigebracht und ich habe nie irgendein Schwimmabzeichen gemacht. Ich bin noch nie abgesoffen.

Also habe ich – feigerweise – beim Schwimmverein eine Mittelohrentzündung vorgetäuscht und unseren Sohn vom Kurs abgemeldet. Nichtsdestotrotz waren mein Mann und ich dann der Meinung, dass unser Sohn bis zur regulären Einschulung schwimmen können sollte. Und da kam uns unser Sommerurlaub ganz gelegen. Und ich hatte mir zur Motivation mal wieder was überlegt:

An unserem ersten Urlaubstag eröffnete ich den Kindern beim Essen: „Morgens nach dem Frühstück machen wir immer eine Schwimmeinheit im Pool. Dann sind Papa und ich die Schwimmlehrer und ihr die Schüler. Am Ende vom Urlaub könnt Ihr dann bei uns ein Abzeichen machen. Unser Ältester: „Ja, ich mache das Seepferdchen!“ Ich: „Nein, das dürfen wir nicht, wir sind ja keine echten Schwimmlehrer. Aber Du kannst den Wassermann bei uns machen.“

Der Wassermann für den Ältesten (in Vorbereitung auf das Seepferdchen) beinhaltet: 4 Mal vom Beckenrand springen, 2 Bahnen Streckenschwimmen, 1 Ring vom Poolboden ertauchen – natürlich alles ohne Schwimmhilfe (Schwimmbrille ausdrücklich erlaubt).

Dann fragte der 4jährige: „Und welches Abzeichen mache ich?“ Ich, wissend, dass er sich noch nicht so gerne alleine im Wasser aufhält und auf keinen Fall tauchen will: „Du kannst den Hund und das U-Boot machen.“

U-Boot für den Jüngeren (zum Abbau seiner Ängste) beinhaltet: 1 Mal Luft anhalten und das Gesicht ganz kurz ins Wasser halten.

Hund beinhaltet: 1 Mal vom Beckenrand springen, 2 Bahnen mit Schwimmflügeln wie ein Hund paddeln, 1 Mal einen Ring von der Pooltreppe mit der Hand oder dem Fuß hochholen.

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Die Kinder waren so engagiert, dass sie schon nach der Hälfte des Urlaubs ihre Prüfungen machen wollten. Und sie haben sich selbst noch getoppt: Beim Großen musste ich ein Wassermann-Plus-Abzeichen kreieren, das noch Streckentauchen beinhaltete. Und der Mittlere hat sich selbt total überrascht: Er hat nicht nur das Gesicht, sondern den ganzen Kopf unter Wasser getaucht und ist ganze 19 Sekunden unter Wasser geblieben! U-Boot-Drei-Sterne-Plus-Abzeichen für ihn !
Ein Trick dazu: Damit er unter Wasser etwas zu gucken hat, haben wir ihm Schleich-Tiere auf die Pool-Treppe gestellt, die er mit Hilfe der Schwimmbrille beobachten konnte.

Seitdem ist der Knoten bei beiden Kindern geplatzt: Der Große kann schwimmen, zwar nicht Seepferdchenreif, aber immerhin so, dass wir ihn ohne Schwimmflügel ins Nichtschwimmerbecken lassen können. Und der Kleine taucht und bewegt sich völlig angstfrei im Wasser.

Am Ende gab es sogar drei Urkunden:

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Ich selbst bin an meiner Aufgabe als Schwimmlehrerin auch gewachsen: Ich bin wirklich lange nicht mehr getaucht oder vom Beckenrand gesprungen. In diesem Urlaub musste und wollte ich Vorbild sein, damit ich meinen Kindern zeige, dass das alles nicht schlimm ist. Und so bin ich nicht nur durch das ganze Becken getaucht, sondern habe mich mal wieder getraut, Köpper vom Beckenrand zu machen. Und ich muss sagen: Ich hatte einen riesen Spaß dabei.

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