Urlaub erster Teil: Fünf über den Wolken

Wir sind gerade im Urlaub. Das hatten wir Fünf dringend nötig. Die letzten Wochen lagen bei uns allen nur noch die Nerven blank: Vollzeitjob, Elternzeit, Vorschule und Kita sind für uns alle schwere Arbeit. Zeit also, endlich die Sachen zu packen und wegzufahren. Oder besser gesagt: zu fliegen.

Ja genau, wir sind geflogen. Und ich muss sagen, mit ein wenig Organisation im Vorfeld geht das eigentlich ganz gut. Hier die – aus meiner Sicht – 10 wichtigsten Dinge (nicht sortiert!), wenn man mit Kindern möglichst entspannt eine so aufregende Reise antritt:

1. Sitzplätze im Flieger reservieren.
Wenn man mit der rot-weißen Airline fliegt, die nach unserer Hauptstadt benannt ist, kann man kostenlos Sitzplätze für die ganze Familie reservieren. Ich habe gleich nach der Buchung bei der Service-Hotline angerufen und Plätze in der 1. Reihe bekommen. Für eine Familie die besten Plätze: Beinfreiheit, Schlafkörbchen für Babies, Nähe zur Toilette (und dem Cockpit), Flugbegleiter gut ansprechbar, schnelles Ein- und Aussteigen. Bei anderen Fluglinien geht das bestimmt auch.

2. Spielzeug einpacken.
Jedem Kind einen kleinen Rucksack mit flugzeugfreundlichem Spielzeug (keine Kleinteile oder lärmende Utensilien; eher Bücher, Kartenspiel, Schleichtiere) und Kuscheltier packen. Schon zwei Stunden Flug können für ein Kind seeeehr laaaaang werden.

3. Reiseapotheke an Bord haben.
Für die Kinder: Nasenspray gegen Druck auf den Ohren, am Besten vor dem Start und vor der Landung verabreichen. Babies beim Start eine Milchflasche oder Schnuller geben, damit durch das kontinuierliche Schlucken kein Druck entsteht.
Und auch wichtig: Zäpfchen gegen Übelkeit.

4. Proviant einpacken.
Der „Imbiss“ im Flieger ist ja eher ein Knetschbrot mit Krautsalat. Kein Vergnügen für Kinder. Ich schmiere unseren Kindern immer extra-Brote mit dem Aufschnitt, den sie mögen. Außerdem haben wir immernoch ein paar Kekse und Obst im Handgepäck. Kinder dürfen übrigens auch gefüllte Trinkflaschen mit zum Flughafen nehmen. Auch heißes Wasser zur Zubereitung von Babymilch ist bei der Sicherheitskontrolle erlaubt.

5. Jedem seinen Koffer.
Kinder lieben es, wenn sie ihr eigenes Gepäck haben. Und: sie dürfen sich am Geschleppe ruhig beteiligen. Unsere Jungs besitzen beide einen kleinen Kindertrolley, den sie gut hinter sich herziehen können.

6. Auf sperriges Gepäck verzichten.
Einmal hatten wir bei einer Flugreise einen Buggy dabei. Dieser verschwand aber im Flugzeug aus unerklärlichen Gründen und tauchte nie wieder auf. Seitdem verzichten wir im Urlaub auf die Karre. Als die Kleine letztes Jahr gerade mal drei Monate alt war, haben wir sie einfach in die Bauchtrage gepackt. Damit hatten wir dann auch beide Hände frei – je eine für einen Koffer und eine für ein Kind. Mit dieser guten Erfahrung haben wir es dieses Jahr wieder so gemacht. Der Kleinen hat es mit ihren 15 Monaten zwar nicht mehr so gut gefallen, aber für die kurze Zeit auf dem Flughafen, war es völlig ausreichend.
Hierzu folgende Anekdote: der Flieger ist gerade gelandet, da spricht mich die Flugbegleiterin an: „Ihr Kinderwagen wird Ihnen gleich gebracht.“ Ich: „Das ist nett, aber wir haben keinen dabei.“ Die Mutter in der Reihe hinter mir antwortet perplex: „Aber das geht doch gar nicht. Mit so einem kleinen Kind.“ Ich antworte zurück: „Doch das geht. Man muss nur den Mut dazu haben.“ Und es geht wirklich.

7. Bei frühen Flügen: Kinder in Anziehsachen schlafen legen.
Unser Flieger ging morgens um 6 Uhr. Das hieß für uns Eltern: 3 Uhr aufstehen, die Kinder haben wir bis 4 Uhr schlafen lassen. Dennoch für die Kleinen ein Albtraum, mitten in der Nacht geweckt zu werden. Damit das Gejammer und der Stress nicht zu groß werden, die Kinder am Vorabend bereits in ihren Reiseklamotten ins Bett gehen lassen. Dann kann man sie aus dem Bett holen und gleich ins Auto oder Taxi setzen.

8. Mut zum kleinen Mietauto.
Wir sind im Urlaub gerne autark. Deswegen buchen wir uns immer einen Mietwagen. Die großen Modelle sind uns aber zu teuer. Deswegen buchen wir immer einen Kleinwagen und sind jedes Mal aufs Neue überrascht, dass alle fünf Personen inklusive Gepäck (zwei große, zwei kleine Koffer und Handgepäck) und Kindersitze da rein passen. Aber es passt. Dieses Mal haben wir für die Jungs allerdings eine Sitzerhöhung statt Kindersitz, sonst hätten die drei Kinder nicht auf der Rückbank nebeneinander gepasst.

9. Mut zur kleinen Unterkunft.
Wer braucht schon in der Hauptsaison ein überteuertes Riesenappartement? Um Geld zu sparen, haben wir die letzten beiden Urlaube in der kleinen Version verbracht: Die Kinder teilen sich das einzige Schlafzimmer und mein Mann und ich nächtigen auf der Ausziehcouch. Die Kleine schläft ja noch im Babybett. Das heißt, wenn sie es tut und nicht als schwitzendes Knäuel zwischen uns liegt. So wie dieses Jahr.

10. Nach Möglichkeit drei Wochen verreisen.
Nach unserer Erfahrung ist die langfristig erholsamste Form von Urlaub drei statt zwei Wochen lang wegzufahren. In der Regel läuft es bei uns nämlich so: Mein Mann und die Kinder brauchen locker eine Woche, um abschalten zu können und „angekommen“ zu sein. Wir nennen das Akklimatisierung. Die zweite Woche ist dann toll. Alle sind super drauf und entspannt. Wenn wir dann eigentlich schon wieder die Koffer packen müssten, können wir ruhig sagen: zum Glück haben wir noch eine Woche. Es soll nicht dekadent klingen, sondern eine Empfehlung an all diejenigen sein, die es sich beruflich und natürlich auch finanziell leisten können. Drei Wochen Urlaub tuen allen unheimlich gut. Zeit bekommt dann auch für einen selbst eine ganz andere Dimension.

Und hier noch eine Idee für weitere, kompliziertere Anreisen:
Die Reise in Etappen aufteilen.
Letztes Jahr sind wir auf unsere Lieblingsinsel geflogen, die aber nur per Schiff erreichbar ist. Da kleine Kinder ja kein Zeitgefühl haben, haben wir die Anreise zur „Expedition“ ernannt und in Etappen aufgeteilt:
1. Etappe: Mit Auto zum Flughafen
2. Etappe: Mit Flugzeug zur Nachbarinsel
3. Etappe: Mit Taxi zum Hafen
4. Etappe: Mit Schiff auf die Insel
5. Etappe: Mit Mietauto zum Urlaubsdomizil
So hatten die Kinder immer einen Anhaltspunkt, wie lange die Reise noch dauern wird.

Mehr aus dem Urlaub folgt, jetzt erst einmal Füße hoch und abschalten!

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#strategieneinermutter

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Ein Gedanke zu “Urlaub erster Teil: Fünf über den Wolken

  1. Da wir in Norwegen wohnen und doch hin und wieder mal die Verwandschaft/Freunde in D besuchen, sind wir einigermaßen erprobte Flieger.
    Meine Tipps:
    Falls man keine gefüllten Wasserflaschen durch die Kontrolle nehmen darf: leere Flaschen gehen immer! Und die kann man dann aus dem Wasserhahn auf dem Klo (oder manchmal gibt es auch, zb in Frankfurt oder Stavanger, Wasserspender) auffüllen. Auch Große haben Durst! 😉
    Zum Kindergepäck: wir haben für unsere Kids Koffer von Trunki gekauft. Die können als Handgepäck mit, die Kinder können Sie selbst ziehen und (deshalb finde ich die so klasse) die Kinder können sich auch draufsetzen und gezogen werden. Wenn es mal etwas schneller gehen muss…
    Für größere Kinder beim Start sind auch Kaugummis zu empfehlen gegen den Druck auf den Ohren!
    Frohes Reisen!

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