Die Oma-Opa-Ferienwoche

Bei uns sind die Sommerferien bereits gestartet. So kam es, dass unsere beiden Großen (4 3/4 und 6 3/4 Jahre alt) die vergangene Woche bei ihren Großeltern verbracht haben.
Manch einer wird sich nun sagen: ja das ist doch selbstverständlich, das machen wir doch schon, seitdem unser Kind auf der Welt ist.

Für uns ist es aber nicht selbstverständlich, weil es bisher noch nie vorgekommen und daher umso aufregender für alle Beteiligten ist. Denn: unsere Kinder haben – bis auf eine Ausnahme – noch nie eine Nacht ohne uns woanders verbracht. Und: meine Eltern wohnen dreihundert Kilometer von uns entfernt, so dass ein „Hier herrscht großes Heimweh, Ihr müsst die Kinder frühzeitig wieder abholen“ nicht ohne großen Aufwand über die Bühne zu bringen ist.

Nichtsdestotrotz haben meine Eltern es uns angeboten und wir haben dankend angenommen. Auch als eine Art Selbstversuch. Kann man es ohne seine Kinder überhaupt noch aushalten?

Nachdem die letzten Wochen mal wieder von Mord- und Totschlagsattitüden unserer urlaubsreifen Kinder geprägt waren, muss ich ehrlich sagen: Obwohl ich beim Abschied Tränen in den Augen hatte, war ich ganz froh, als ich vorletzten Sonntag mal für eine ganze Woche die Verantwortung über die beiden Streithähne abgeben durfte. Andererseits machte ich mir Sorgen darüber, ob meine Eltern diesen Gewaltausbrüchen gewachsen sein würden. Denn mit ihren drei Töchtern hatten sie zwar verbalen Zickenalarm, aber keine körperlichen Auseinandersetzungen zweier Brüder kennengelernt. Und nochmal andererseits wusste ich auch, dass meine Eltern unheimlich gut mit ihren Enkelkindern umgehen. Meine Hoffnung war zudem, dass unserer Mittlerer auch einmal erfährt, wie es ohne die „doofe“ Mama ist, wie ich mich momentan häufig beschimpfen lassen muss. Mein Gedankenkarussell drehte sich also im Kreis, während wir mit der Kleinen wieder nach Hause fuhren.

Ich traue es mich ja fast gar nicht zu schreiben, aber ich muss zugeben: ich habe die Zeit nur mit unserer Kleinen sehr genossen. Vermisst habe ich meine beiden Großen kaum. Denn ich war zurück versetzt in die Zeit, wo man – mit nur einem Kind – viel freier, selbstbestimmter und entspannter durch den Tag gekommen ist. Und: es war so schön ruhig bei uns zu Haus. Ich muss dazu sagen, unsere Tochter ist dankenswerterweise auch eine sehr pflegeleichte Gesellin.

Dennoch stand die „kinderfreie“ Woche ganz im Zeichen unserer Söhne: Während die beiden dank Oma und Opa mit Tierpark, Schwimmbad, Schifffahrt … beschäftigt waren, haben mein Mann und ich die Zimmer von den Jungs ausgemistet und renoviert. Als Überraschung sozusagen. Das hat uns viel Zeit, Schweiß und Nachtschichten gekostet.

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Zwei Heimwehattacken gab es auch. Diese haben wir erfolgreich abmildern können, indem wir nicht abends mit den erschöpften Kindern telefoniert haben, sondern morgens nach dem Frühstück. Da waren sie frisch und munter und gestärkt für den Tag. Ein wirkungsvoller Tipp an alle, die ihre Kinder auch mal woanders lassen (möchten).

Nach einer Woche war ich dann aber auch wieder soweit, dass ich meine Jungs wieder bei mir und um mich haben wollte. Nach dem Feedback von Oma und Opa waren die beiden in der Zeit gut zu „händeln“. Nur im Auto auf der Rückfahrt gingen die Streitereien wieder los, so dass ich schon wieder kurz vorm Nervenzusammenbruch war. Bei Oma und Opa ist es eben anders als mit den Eltern. Was unser Ältester uns auch sofort mit folgenden Worten aufs Butterbrot geschmiert hat: „Also Oma und Opa schimpfen nie!“

Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen werden wir die Oma-Opa-Ferienwoche – vorausgesetzt die Großeltern wollen das – gerne mal wieder machen. Aber nur unter einer Bedingung: ich werde in der Zeit keine Renovierungen mehr vornehmen.

#strategieneinermutter

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