Gastauftritt: „Vegan“ ist nichts für Kinder !

Vorneweg: Ich bin Oberarzt in einer großen Kinderklinik. Mascha hat mich gebeten, einen Gastbeitrag zu einem Gesundheitsthema zu verfassen, das mir persönlich am Herzen liegt. Auch wenn mir diesbezüglich viele Themen einfallen, fällt mir dies nicht ganz leicht, da Gesundheitsthemen häufig Kontroversen hervorrufen – ganz besonders wenn es um Kindergesundheit geht. Meine Erfahrung ist jedoch, dass es nicht hilfreich ist, diese Themen emotional anzugehen. Ich halte vielmehr einen kritischen Rationalismus für die beste Art, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen – besonders, wenn es die Gesundheit der eigenen Kinder betrifft. In diesem Sinne möchte ich meine persönlichen Erfahrungen aus meinem Klinikalltag weitergeben und meinen Gastauftritt bei „Strategien einer Mutter“ dafür nutzen, neutral und rational zu informieren.

Mit diesem Beitrag möchte ich einem Trend entgegentreten, der sich – zumindest in den Medien – derzeit zunehmend verbreitet: die vegane Ernährung. In meiner Wohngegend gibt es kaum einen Buchladen oder Kiosk mehr, in dem es nicht vor Kochbüchern, Ratgebern und Zeitschriften zum veganen Kochen und Essen nur so wimmelt. Zu diesem Thema besteht aber – meinem Eindruck nach – vor allem viel Unkenntnis darüber, wie gefährlich und nachhaltig schädlich sich eine vegane Ernährung auswirken kann. Denn: Erwachsene und Kinder reagieren sehr unterschiedlich darauf. Daher liegt mir dieses Thema im Zusammenhang mit Kindergesundheit besonders am Herzen.

Es gilt zu unterscheiden: Gegen eine ausgewogene vegetarische Mischkost unter Einbeziehung von Ei- und Milchprodukten ist nicht nur nichts einzuwenden, sondern dies ist sicher eine der Ernährungsformen, die mit Fug und Recht als gesund zu bezeichnen sind. Gefährlich ist jedoch vielmehr eine streng vegane Kost, bei der weder Fisch, Ei- noch Milchprodukte aufgenommen werden. Eine vegane Ernährung ist immer eine Mangelernährung, bei der viele Nahrungsbestandteile in zu geringer Menge aufgenommen werden, so wie beispielsweise essentielle Aminosäuren, bestimmte Mineralstoffe und Spurenelemente und Vitamine. Besonders kritisch ist jedoch die Versorgung mit Vitamin B12. Nach aktuellen Studien haben 90% der Menschen, die sich dauerhaft vegan ernähren, einen Vitamin B12-Mangel.

Fakt ist: In den kinderneurologischen Sprechstunden größerer Kinderkliniken oder als niedergelassene Kinderneurologen sehen wir leider immer öfter folgendes, leider fast schon „klassisches“ Krankheitsbild: ein Kind wird, meist gegen Ende des ersten Lebensjahres, bei uns zur Diagnostik vorgestellt. Es besteht der Verdacht auf eine „Entwicklungsverzögerung“: das Kind erreicht normale Meilensteine der Entwicklung (freies Sitzen, Krabbeln, erste Wörter) nicht.
Befragen wir die Eltern, hören wir typischerweise folgende Vorgeschichte: langes Stillen durch langjährig vegan lebende Mutter (wobei wir Kinderärzte das Stillen grundsätzlich sehr begrüßen und fördern!) und anschließend Einführung einer veganen Beikost für das Kind. In der genauen kinderneurologischen Untersuchung zeigt sich dann meist eine erschreckende globale Entwicklungsstörung, verursacht durch einen schwerwiegenden Vitamin B12-Mangel.

Was viele nicht wissen: Erwachsene haben in ihrer Leber genügend Vitamin B12 gespeichert, um damit etwa 3 Jahre auszukommen. Stellt also ein Erwachsener seine Ernährungsweise auf vegane Kost um, treten erste Symptome eines Vitamin B12-Mangels im Allgemeinen frühestens 3 Jahre später auf.

Ein Vitamin B12-Mangel kann sich bei Erwachsenen auf sehr unterschiedliche Art äußern: Das Spektrum reicht von Blutarmut über Kribbeln in Händen und Füßen bis hin zu einem fortschreitenden Funktionsausfall der peripheren Nerven (z.B. Taubheitsgefühle der Haut) und zu schweren neuropsychiatrischen Beschwerden. Der Verlauf ist dabei aber meist schleichend. Stellen diese Menschen ihre Ernährung wieder um, bilden sich die Symptome meist zurück.

Bei Kindern ist der Verlauf jedoch komplett anders: Kinder sind, wenn sie auf die Welt kommen, für die Entwicklung und Reifung ihres Gehirns von Beginn an auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 angewiesen. Bei strengen Veganerinnen fehlt das Vitamin B12 in der Muttermilch, so dass betroffenen Kindern von Beginn an eines der wichtigsten Vitamine für die Hirnentwicklung fehlt. Das Hauptproblem: diese Entwicklungsstörung ist in diesem Stadium nicht mehr umkehrbar! Das Kind trägt diesen Schaden für den Rest seines Lebens mit sich herum.

Wir Kinderärzte sehen dieses vermeidbare Krankheitsbild leider mit zunehmender Häufigkeit: Während dies früher eine typische Armuts-Erkrankung war, wächst die „Entwicklungsstörung durch alimentären frühkindlichen Vitamin B12-Mangel“ heute typischerweise in den wohlhabenden Vierteln deutscher Großstädte.

Als Erwachsene handeln wir eigenverantwortlich. Wer sich also vegan ernähren möchte, entscheidet dies für sich selbst – und trägt auch selbst die Konsequenzen. Anders bei unseren Kindern. Sie können sich nicht aktiv für (oder eben gegen) eine bestimmte Ernährungsform entscheiden und sind abhängig davon, dass wir Eltern verantwortungsbewusst für sie die richtige Entscheidung treffen. Natürlich wollen wir stets das Beste für unsere Kinder, auch (und vielleicht besonders) diejenigen Eltern, die ihr Kind vegan ernähren möchten.

Mein Appell also: Eine vegane Ernährung ist für Kinder ungeeignet ! Wer sein Kind trotzdem, aus welchen Gründen auch immer, vegan ernähren möchte, sollte unbedingt für eine zusätzliche Zufuhr an künstlichem Vitamin B12 sorgen, und zwar von Geburt an, und die Versorgung mit Vitamin B12 (und natürlich auch allen anderen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) regelmäßig vom Kinderarzt kontrollieren lassen. Ihr Kind wird es Ihnen danken !

Nachtrag des Autors: Einige Kommentatoren haben Interesse an weiterführender Literatur bekundet. Dazu gibt es eine Fülle an wissenschaftlichen Publikationen, als Beispiele seien genannt:
– Herrmann W, Obeid R (2008): Ursachen und frühzeitige Diagnostik von Vitamin-B12-Mangel. Deutsches Ärzteblatt 2008, 105:680-685
– Koletzko et al. (2013): Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter. Monatsschrift Kinderheilkunde 2013, 161:237-246
– Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Ernährungskommission: Empfehlungen zur Ernährung gesunder Säuglinge.
http://www.dgkj.de

Anmerkung: Der Autor gibt an, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Insbesondere bestehen keine geschäftlichen oder sonstigen Verbindungen zu Pharmaunternehmen oder Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln.

Gastautor: habilitierter Oberarzt eines großen Kinderkrankenhauses, selbst Vater von drei Kindern
Ich habe ihn um einen Gastartikel gebeten, weil er als Kinderarzt meines Vertrauens immer einen sehr klaren und realistischen Blick auf die Dinge rund um Kindergesundheit hat.

Mehr Informationen über diese Rubrik findet ihr in der Navigationsleiste unter “Gastauftritt”

#strategieneinermutter

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22 Gedanken zu “Gastauftritt: „Vegan“ ist nichts für Kinder !

  1. Ich selbst bin nicht Veganerin, habe mich aber schon häufig mit dem Thema auseinander gesetzt. Und jetzt mal ehrlich; ist das nicht fast jedem Veganer klar? Jede/r Veganer/in der/die ich kenne supplementieren Vit B12. Also bitte, wer sich wirklich mit seiner Ernährung auseinander setzt weiss das 😉

    Und dann finde ich, dass absolut nichts gegen die vegane Ernährung spricht. Ganz ehrlich, ich will nicht wissen was teils Fleischesser für Mängel haben, da die Ernährung vieles aber nicht ausgewogen ist 🙂

    Lieber bewusst vegan essen als ein Fastfood Junkie zu werden.

    • Liebe nichtveganerin! Danke für Dein Kommentar. So wie ich den Artikel verstehe, ist dies offensichtlich nicht jedem Veganer klar. Sonst würde es ja keinen Zuwachs an Vitamin B12-Mangel durch vegane Ernährung von Müttern und ihren Kindern in den Kliniken geben. Der Kinderarzt fragt, wie gesund und vollwertig kann eine Ernährung sein, die nur funktioniert, wenn man wichtige Nährstoffe zuführen muss?

      • Es geht um einen einzigen Nährstoff, Vitamin B12. Die anderen sind auch in pflanzlicher Nahrung enthalten.

        Das „künstlich hinzugefügten“ Vitamin B12 wird von den gleichen Mikroorganismen produziert wie in den inneren Organen der ausgebeuteten „Nutztiere“ (denen zudem im Futter typischerweise auch B12-Supplemente „künstlich hinzugefügt“ werden.

        Supplemente sind auch sonst verbreitet. Wenn nicht dem Speisesalz Jod „künstlich hinzugefügt“ würde (in Österreich und der Schweiz vorgeschrieben, auch in Deutschland üblich), hätten viele in Mitteleuropa einen Jodmangel; bevor das gemacht wurde, hatten viele deswegen einen Kropf.

      • Die Frage ist doch nicht ob wir supplementieren, sondern nur was.
        Jeder supplementiert Jod (Ist vorgeschrieben im Speisesalz), unmengen an Nahrungsmitteln wird Vitamin C zugesetzt, viele Lebensmittel werden auch mit anderen Ergänzungsprodukten versetzt.
        Es ist durchaus auch sinnvoll folsäure etc. In der Schwangerschaft zu nehmen, sowie einem Neugeborenen Vitamin D zu supplementieren.

        Ist deswegen alle unsere Ernährung nicht gesund vollwertig?

        Es ist ein Privileg unserer Wohlstandsgesellschaft, dass wir in der Lage sind unser Essen so zu designen das wir alles bekommen um unser Leben so komplikationsfrei wie möglich zu gestalten und auch mit ernährungsformen zurechtkommen die weit weg von einer Idealverteilung sind. Das Supplementieren gehört dazu, sich da nur über B12 aufzuregen ist zu kurz gedacht. Sehr wohl muss man sich natürlich über uninformiert handelnde Menschen aufregen, in diese Kategorie fallen aber auch jene die ihre 3 Jahre alten kinder 3x/Woche zu McDonalds schleppen.

        Das ist ein Intelligenzproblem, kein Veganerproblem.

      • Liebe Mascha,
        Dann stellt sich mir auch gleichzeitig die Frage, wie gesund eine Ernärhung sein kann, in der Menschen Milch-, Ei- und Fleischprdukte konsumieren und somit denken, mit allen wichtigen Vitaminen versorgt zu sein? Es kann definitiv nicht davon ausgegangen werden, dass omnivore-Esser gesünder leben, nur weil sie tierische Produkte verspeisen. Es ist gut, auf einen eventuellen B12-Mangel hinzuweisen, aber dann muss auch auf die möglichen Vitamin-, Mineral- etc -Mängel bei omnivoren-Esser hingewiesen werden! Veganer fehlt „nur“ B12 -was fehlt wohl alles den Tierprodukten-Essern?

    • Was für ein Blödsinn, vegane Ernährung einem Fast Food Junkie gegenüber zu stellen. Dann sind Sie ja als Veganerin auf einer ähnlich bedauernswerten Stufe….

  2. „Laut Claus Leitzmann, emeritierter Ernährungswissenschaftler von der Universität Gießen, müssen Veganer ihre Ernährung sorgfältiger planen, um alle essenziellen Stoffe in den nötigen Mengen aufzunehmen. Mischkost sei zwar die einfachste Möglichkeit, seinen Körper mit allen wichtigen Mineralstoffen, Vitaminen und Energie zu versorgen, aber keineswegs die einzige. “

    “ Ihre [Deutsche Gesellschaft für Ernährung] Aufgabe sei es, allgemeine Empfehlungen für die breite Masse zu formulieren, sagt die Sprecherin Antje Gahl. Eine vegane Ernährung brauchte hingegen eine individuelle Empfehlung. Das könne die DGE als Fachgesellschaft nicht leisten. Zwar sagt Gahl im persönlichen Gespräch, dass es möglich sei, ein Kind gesund vegan zu ernähren, wenn die Eltern auf Ausgewogenheit achteten, kritische Nährstoffe supplementierten und sich beraten ließen. In ihrer offiziellen Stellungnahme zu dem Thema betont die DGE aber vor allem die Risiken und warnt vor Mangelernährung und Unterversorgung. “

    „Der Kinderarzt fragt, wie gesund und vollwertig kann eine Ernährung sein, die nur funktioniert, wenn man wichtige Nährstoffe zuführen muss?“ Wie sieht es denn mit den Omnivoren Frauen aus die Folsäure und Eisen in der Schwangerschaft supplementieren müssen? Was ist mit den Masttieren, denen Vitamin B12 zugefüttert werden muss? Werden die Omnivoren dann nicht auch indirekt supplementiert? Fakt ist nur eins Veganer müssen auf ihre Ernährung achten. Dies sollten aber auch Omnivore. Vor allem wenn Sie schwanger sind oder ein Kleinkind / Säugling ernähren. Nicht mehr und nicht weniger. Man kann kritisieren das sich Leute fahrlässig verhalten, aber das kann man pauschal allen Veganern vorhalten, sondern demjenigen der so fahrlässig mit seinem Kind umgeht. Zudem nicht sehr repräsentativ, weil Sie sicher die Eltern der gesunden (veganen) Kinder nicht befragen. Kritik und Aufklärung ist sicher nötig, aber ein Pauschalisieren leider nicht. liebe Grüße

    • Ich hab da wohl ein „nicht“ vergessen 😦 Man kann kritisieren, dass sich Leute fahrlässig verhalten, aber dies kann man pauschal NICHT allen Veganern vorhalten, sondern demjenigen der so fahrlässig mit seinem Kind umgeht.

  3. Den Appell finde ich sehr vernünftig. Das Pauschalurteil „nicht geeignet!“ eher weniger. Solange man B12 supplementiert (die Supplementierung von Vitaminen ist bei Schwangeren und Stillenden doch eh die Norm, oder?)
    Wie gesund eine Ernährung sein kann, bei der man einen bestimmten Nährstoff zusätzlich zuführen muss? Sehr gesund, so lange man eben diesen Nährstoff zuführt. Darüber kann man allein aufgrund dieser Tatsache kein Urteil fällen und die mir bekannten Studien sprechen Vegetariern und Veganern immer noch eine höhere Lebenserwartung zu. Sicher liegt das nicht allein an der Ernährung, sondern häufig an korrelierenden Faktoren, aber zumindest scheint die Ernährung nicht all zu hinderlich zu sein.
    Die Quelle für die Aussage „Nach aktuellen Studien haben 90% der Menschen, die sich dauerhaft vegan ernähren, einen Vitamin B12-Mangel.“ würde mich sehr interessieren. Wie ist ein Mangel definiert und ab wann fängt „dauerhaft vegan“ an? Die Zahl erscheint mir recht fragwürdig, da tatsächlich fast alle Veganer (von ein paar Esoterikern abgesehen), die ich kenne, auf ihre B12-Versorgung achten.

  4. Man hätte auch schreiben können, dass man auf jeden Fall Vitamin-B12-Supplemente nehmen soll, und wenn man das aus irgendwelchen Gründen (z.B. weil es – wie so vieles in unserem Leben – „unnatürlich“ sein soll) ablehnt, um kein Risiko für die Gesundheit einzugehen, nur noch den Ausweg hat, Tierprodukte zu konsumieren respektive den Kindern zu geben, mit allen bekannten Nachteilen für Tiere und Umwelt.

  5. Leider ist es aber nicht so, dass ALLE Veganer sich perfekt ausgewogen und bewusst vegan ernähren, sondern es laufen auch genügend rum, die sich nur dem Hype anschließen und eben die tierischen Sachen weg lassen, sich aber weiter keine Gedanken drum machen.

    Und natürlich gibt’s auch Mangelerscheinungen bei Omnivoren, aber wenn man einige Kommentare so liest könnte man meinen, Fleischesser essen ausschließlich Fleisch und sonst nix. Ist doch Schwachsinn. Ausgewogen ist das Stichwort.

    Klar gibt’s auch mangelernährte Kinder von Omnivoren, aber um die geht es nun mal in diesem Artikel nicht. Könnt ja mal googeln, auch zu diesem Thema gibt’s reichlich Publikationen.

    Ich würde mal sagen, da habt ihr selbst keine Argumente mehr und müsst wieder anfangen mit „die haben aber auch….“ mimimi.

    • So ist es – ausgewogen und gesund ist das Stichwort! Aber dann soll doch bitte endlich damit schluss sein, dauernd auf der veganen Ernährung rumzuhacken. Warum müssen sich Veganer immer rechtfertigen und allen beteuern, dass sie schön ihr B12 suplementieren? Das müssen „normale“/omnivore Esser doch auch nicht. Hier wäre mehr Akzeptanz auf beiden Seiten angebraucht und durchaus wünschenswert.
      Und Kommentare nach „da habt ihr selbst keine Argumente mehr und müsst wieder anfangen mit ‚die haben aber auch… .‘ MIMIMI“ zeugt dabei nicht von großer Toleranz und Offenheit und führt zuweit von dem eingentlichen Thema weg.
      Ich würde mir wünschen, dass endlich ein Ende von Studien und Kommentaren zu der ach-so-schlechten veganen Ernährung in Sicht ist. Denn dabei ist mir immer noch rätselhaft, wie Säuglingsmilch von und für Kühe (der Mensch kann naturgemäß nur bis ca. zum dritten Lebensjahr Milch unbedenklich verdauen – denn bis zu diesem Zeitpunkt wird i.d.R. meist gestillt) und unbefruchtete Eier von Hühnern – denn nach dem Artikel ist gegen eine vegetarische Mischkost unter Einbezug von Eiern und Milchprodukten nichts einzuwenden – dermaßen relevant für eine gesunde Entwicklung sind. Es ist alles eine Frage der gesunden und ausgewogenen Ernährung und das geht mit B12 sehr gut vegan!

      • Ebenso ist zu beachten, dass nicht nur Veganer von einem B12-Mangel betroffen sein können, denn B12 kann nicht von allen Menschen (ja, auch omnivor lebenden) gleich gut aufgenommen werden. Demnach sollte sich jeder dahingegen untersuchen lassen, wodurch dieser Artikel auch als Hinweis für Omnivore-Esser angesehen werden kann.

      • Liebe/r „Nutzer“,
        es geht doch hier nicht darum, auf Veganern oder veganer Ernährung „herumzuhacken“. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum sich einige der Kommentatoren hier offenbar persönlich angegriffen fühlen. Der Artikel ist aus meiner Sicht ausnehmend sachlich geschrieben, und der Autor betont doch explizit, dass es jedermans/fraus eigene Entscheidung ist, wie man sich ernährt. Der Autor macht doch nichts anderes, als dass er, aufbauend auf einem persönlichen Bericht seiner eigenen klinischen Erfahrung als Kinderarzt, auf die offiziellen Ernährungs-Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) verweist (siehe http://www.dgkj.de/wissenschaft/stellungnahmen/). Wem diese Stellungnahme der kinderärztlichen Fachgesellschaft nicht gefällt, der kann sich ja bei der DGKJ beschweren, sollte aber hier nicht auf der Basis einer persönlichen Angefasstheit emotional reagieren.
        Erfreulich finde ich, dass sich aus den pro-veganen Kommentaren deutlich herauskristallisiert, dass die große Mehrheit der Veganer Vitamin B12 supplementiert, insofern besteht doch auch gar kein Dissens mit dem Autor. Gefahren von und Supplementationen bei anderen Ernährungsweisen waren zudem gar nicht das Thema dieses Artikels, wenngleich es richtig ist, darauf hinzuweisen.

  6. FACT: Vitamin B12 doesn’t come from animal meat or their muscle tissue, it comes from the bacteria in their body. The meat isn’t the source, it’s the carrier. B12 used to be found in very mineral rich soil (which we have sadly depleted through animal farming and chemical sprays) and it is believed our very first ancestors who were plant eaters and foragers never washed their greens (quite logical) and that is how they got their B12. Some animals have trace amounts of B12 in their flesh because they eat food from the ground that has dirt on it or because their feed has been supplemented with it. However, eating lots of meat – which contains cholesterol and saturated fat – for trace amounts of B12, is inefficient and carries the risk of degenerative disease such a heart disease, strokes, cancer etc. Also, B12 is destroyed by light and excessive amounts of heat, which may explain why 1 in 4 Americans have suboptimal levels of vitamin B12.. and they are certainly not all vegan. Furthermore, USDA Dietary Guidelines for Americans recommends that all persons over 50 get their vitamin B12 from dietary supplements and fortified foods due to a diminished ability to absorb it from other sources.

    Achieving an adequate B12 intake is easy and there are several methods to suit individual preferences. Consuming fortified foods is a common way for vegans to achieve an adequate intake – B12 is found in yeast extract spreads, soya meat, many soya milks, rice milks and other plant milks, margarines and packaged cereals. Another easy method is to take a supplement.

  7. Interessanter Beitrag! Könntest du den Kinderarzt vielleicht mal fragen, wie man sich als stillende Mutter verhalten soll, die auf sämtliche Milchprodukte allergisch ist, jedoch Fleisch und Eigelb konsumiert. Danke schön!

  8. Mutig, so ein Thema – dass da viele Kommentare kommen, ist klar. Aber sehr wichtig, was der Herr anspricht! Ich begrüße den Text sehr und finde es gut, mal so sachlich informiert zu werden!

  9. Fühle mich sehr hin und her gerissen. Mein Mann und ich essen (bis auf kleine Ausnahmen, wenn sich unterwegs oder bei Freunden nichts veganisieren lässt, und wir trotzdem am Sozialleben teilhaben wollen) vegan. Unsere Kleinkinder ernähren wir nicht vegan, weil wir der Panikmache vor pflanzlicher Ernährung schlichtweg nicht entgehen können.

    Ich verstehe nicht genau warum eine (selbstverständlich gut durchdachte, und mit Vitamin D und B12 ergänzte) pflanzliche Ernährung für Kinder nachteilig sein soll, will aber logischerweise meinen Kindern nicht schaden (komisch irgendwie, bei den vielen Belegen für die Schädlichkeit von Milchprodukten, daran festzuhalten), würde mich wahnsinnig gern kritisch beraten lassen, meinen hypothetischen veganen Ernährungsplan auf Herz und Nieren prüfen lassen, und meine Kinder regelmäßig(er!) untersuchen lassen, nur – es gibt keine Unterstützung, es gibt keine Hilfe, es gibt nur Verurteilung und Panikmache. Ich sehe darin ein wahnsinniges Problem, denn es gibt (immer mehr) Eltern die ihre Kinder dann trotzdem so ernähren, aber man traut sich nicht damit an die Öffentlichkeit und potentielle Fachmänner und -frauen, und braut sein eigenes Süppchen, im wahrsten Sinne. DAS mag tatsächlich kritisch sein, und DANN mag man Fehler machen, wie sie alle mal machen (ich vermute auch Eltern von Kindern die Fleisch essen?). Die wenigsten Veganer haben Ernährungswissenschaften studiert.

    Pauschal so eine Ernährung als gefährlich zu verurteilen finde ich äußerst fragwürdig. Leider gibt es natürlich Menschen, die sich nicht eine Trillion Bücher reinziehen bevor sie sich mit ihrer Ernährung gegen den Mainstream stellen (wer bitte tut das aus Spaß, aus Modegründen, bei dem ganzen Hass der einem entgegenschwappt wenn es bekannt wird??? Gibts wirklich so viele Masochisten??). Es gibt aber auch Mischköstler die denken das Gesündeste fürs Kleinkind sind Salami und Erdbeerkäse – wollen wir jetzt jeden Ernährungsstil an den Blödeln messen, die es querbeet überall auf der Welt zu Hauf gibt? Sollte man nicht lieber umso mehr unterstützen, je ausgefeilter ein Ernährungsstil ist / zu sein hat? Gibt es wirklich viele Menschen und Gesundheitsexperten die sich ausführlichst mit pflanzlicher Ernährung beschäftigt haben und außer „aber B12!“ und „lass deine Kinder nicht nur Schrott essen!“ eine sinnvolle Kritik finden? Fragen, die mir noch nie jemand zufriedenstellend beantworten konnte.

    Ich finde es sehr schade…

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