„Du bist aber well-equipped!“

Nein, zu mir hat das noch keiner gesagt. Diesen Satz habe ich selbst laut ausgerufen. Und zwar vor lauter Bewunderung. Denn es gibt Menschen in meinem Umfeld (zwei im Speziellen), die in Sachen Baby immer bestens ausgestattet sind. Mit „ausgestattet“ meine ich originelles Equipment, was das Leben mit Baby durchaus praktischer machen soll – ich würde vor allem sagen: professioneller. Ja, das sind für mich richtige Baby-Profis, obwohl – oder vielleicht auch weil – sie ihr erstes Kind haben.

Da gibt es schicke wasserfeste Wickeletuis, Stillschürzen, Schnullerreinigungstücher, Kinderwagen-befestigungsfähige Schnullertäschchen, Milchflaschenthermometer, Milchpulvervordosierboxen, ja ganze Vaporisator-Maschinen werden angeschafft.
Neulich bin ich aus allen Wolken gefallen, als meine Freundin im Café folgendes Equipment auspackte: Breithermobecher, Löffel- und Zwiebackbox.
20140315-162510.jpg

Das soll gar nicht abwertend klingen, aber ich frage mich manchmal: Braucht man das? Muss das sein? Und vor allem: Was das alles kostet.

Bei mir geht es eher etwas improvisierter, aber nicht weniger praktisch zu: Ich packe Windeln und Feuchttücher einfach so in meine Handtasche, ich habe meine Brust und mein trinkendes Baby mit einem Spucktuch vor Blicken geschützt, ich fülle Breipulver in eine Plastikdose und rühre bei Bedarf frisch an, ich rolle meinen Breilöffel in ein Stück Küchenrolle, ich spüle sandige Schnuller mit Trinkwasser ab, ich teste am Handgelenk die Temperatur der Flasche, ich dosiere das Milchpulver im Fläschchen selbst vor, ich koche Flaschen und Schnuller im Kochtopf auf dem Herd ab … Ehrlich gesagt, hatte ich noch nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Auch nicht, seitdem ich weiß, dass es sie gibt, diese Dinge.

Während meine Freundinnen ihr Equipment ungemein praktisch finden, kommt mein Pragmatismus eher daher, vorhandene Alltagsgegenstände zu nutzen. Das einzig wirklich Praktische, was wir uns angeschafft haben, war ein Flaschen- und Gläschenwärmer mit Stecker fürs Auto. Der hat sich bei langen Autofahrten wirklich rentiert.

Meine Freundin hat ihre vor Geburt gekaufte Stillschürze übrigens nie benutzt. Sie sagt: „Das Preisschild ist immernoch dran.“ Das hat mich dann doch beruhigt.

#strategieneinermutter

Advertisements