Vier Hände sind mehr als zwei.

Letzte Woche musste mein Mann auf eine viertägige Dienstreise. Da unser Großer momentan Schulferien hat, und ich dem Mittleren – der Gerechtigkeit wegen – ebenfalls Kindergarten-Ferien zugesagt hatte, war mir klar: ich bin vier Tage und Nächte lang mit drei Kindern allein zu Hause. Darauf hatte ich weder Nerv noch Lust.

Ferien heißt für unsere Kinder auch mal wegzufahren. Eine Luftveränderung tut uns allen gut, dachte ich. Und habe uns – ganz mutig und spontan – für zwei Nächte in einem coolen, neuen Hotel an der Nordsee eingebucht. Und ich wäre auch – ganz mutig – allein gefahren, wenn mein Mann nicht gesagt hätte: „Nimm‘ Dir doch jemanden mit. Das macht doch vieles leichter.“ Etwas blauäugig dachte ich: ich schaffe das auch allein. Ich muss ja nichts machen, außer für die Kinder da sein. Aber aus irgendeiner Eingebung heraus, habe ich dann doch meine Schwester gefragt, ob sie nicht mitkommen möchte. Und sie wollte.

Also fuhren wir zu zweit mit den drei Kleinen an die Nordsee. Und ich war von der ersten Sekunde an froh, dass sie dabei war. Mit dem Auto packen fing es schon an. Das Baby müde und um seinen Vormittagsschlaf bettelnd (also knatschend) auf dem Arm, hätte ich das Gepäck gar nicht im Kofferraum verstauen können. Meine Schwester fuhr unsere Familienkutsche souverän, während ich dem Baby die Einschlafmilch verabreichte und die Jungs mit CDs und Nahrung versorgte.

Im Hotel angekommen ging es weiter. Das Gepäck musste aufs Zimmer in den ersten Stock ohne Fahrstuhl. Ohne meine Schwester wäre ich wahrscheinlich fünfzehn Mal (mit Baby auf dem Arm) vom Parkplatz ins Zimmer und zurück gelaufen.

Und so zog sich das durch den ganzen Urlaub: meine Schwester ging mit den Jungs im Restaurant aufs Klo; sie schnitt ihnen die Pizza in Stückchen; sie ging mit ihnen spielen, während ich das Baby im Familienzimmer ins Bett brachte; sie versorgte die Jungs am Frühstücksbuffett; sie schuckelte den Kinderwagen mit dem schlafenden Baby; sie besorgte an der Rezeption einen Wasserkocher; sie half den Kids beim Anziehen; sie spielte mit ihnen am Strand und und und …

Beim Dünenklettern

Kurz: Meine Schwester war mein dritter und vierter Arm, vielleicht auch mein zweiter und dritter, denn einer meiner beiden Arme ist ja zur Zeit ständig vom mamafixierten Baby okkupiert.

Ich muss mir eingestehen, ohne meine Schwester hätte ich diese drei Tage Urlaub nicht geschafft. Zumindest nicht ohne Nervenzusammenbruch. Und ich kann nur jedem empfehlen, sich immer jemanden mitzunehmen. Denn es war auch schon so sehr anstrengend mit den Dreien. Denn im Hotel müssen sie sich einigermaßen benehmen.

Trotzdem hatten wir auch mal Zeit für uns: Als wir die Bande endlich im Bett hatten und das komplett entladene Babyphon mit von der Rezeption geliehenen Batterien wieder in Gang gesetzt war, schlichen wir uns aus dem Zimmer in die Lounge und haben den Abend beim Aperol Spritz ausklingen lassen. Das war wertvolle und schöne Redezeit mit meiner Schwester, die ich viel zu selten sehe und allein um mich habe. Und das ist doch das Schönste daran.

Danke, meine Liebe !

#strategieneinermutter

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