Briefe vom Weihnachtsmann

Es war zur Weihnachtszeit vor zwei Jahren, als unsere beiden Jungs ein Etagenbett geschenkt bekommen sollten. Wir haben ein Schönes ausgesucht und es zu uns nach Hause liefern lassen. Dummerweise kam die Lieferung just an dem Tag, wo beide Kinder verhustet und verschnupft zu Hause bleiben mussten. Und noch unvorteilhafter war, dass der Bettenhersteller ein schönes Foto vom Bett außen auf das Paket geklebt hatte. Die Kinder also: „Juchhuhh, wir kriegen ein Hochbett !“ Und ich: „Nein, das ist bestimmt für die Nachbarn.“

Wir haben das Paket dann heimlich weggeräumt. Aus den Augen aus dem Sinn. Dennoch wollten wir sicher gehen, dass unsere Kinder unbedingt weiter an den Weihnachtsmann glauben. Und nicht an im Internet surfende Eltern, die in den verschiedensten Portalen auf „Bestellen“ klicken.

Also hat mein Mann – inspiriert von J.R.R. Tolkiens „Briefe vom Weihnachtsmann“ (übrigens sehr lesenswert, auch für Kinder ab ca. 6 Jahre) – sich abends hingesetzt und den Kindern ein Brief vom Weihnachtsmann geschrieben. In diesem erklärte er, dass das Bett so schwer war, dass er es mit dem Schlitten nicht transportieren konnte und es daher mit der Post vorgeschickt hat. Außerdem – das Päckchen war leicht lädiert – sei der Polarbär mit dem Paket ausgerutscht und hingeschlagen, so dass jetzt ein Loch im Karton sei. Dafür möchte er sich auch noch einmal von Herzen entschuldigen und und und … Dieser Brief lag dann unter dem Weihnachtsbaum. Die Kinder fanden es super. Und haben dem Weihnachtsmann die Geschichte natürlich geglaubt.

Letztes Jahr zur Adventszeit berichtete mir eine sehr gute Freundin, dass ihre Tochter (6 Jahre) sich einen Kaufmannsladen wünscht, weil sie bei ihrer Freundin mit einem ebensolchen gern gespielt hat. Die Eltern waren nicht sehr erfreut darüber, weil sie das Mädchen für zu groß hielten. Mit Sorge sahen die beiden ein enttäuschtes Gesicht unterm Weihnachtsbaum. Also sagte ich: „Schreib ihr doch einen Brief vom Weihnachtsmann und erkläre ihr, warum sie keinen Kaufmannsladen bekommt.“ Diesen Vorschlag setzte meine Freundin um. Die Eltern waren erleichtert. Und der Kaufmannsladen? Der war wegen der anderen schönen Geschenke sowieso gar kein Thema mehr.

Warum ich das jetzt schreibe, wo der Frühling doch fast vor der Tür steht? Na ja, vielleicht muss der Osterhase ja auch mal einen Brief schreiben. Und der kommt ja bald.

#strategieneinermutter

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