Getarntes Obst und verstecktes Gemüse

Meine Kinder haben irgendwann zwischen ihrem zweiten Lebensjahr und heute aufgehört, Obst und Gemüse zu essen. Gekochtes verweigern sie. Im rohen Zustand isst der Eine Apfel, Gurke und ab und zu mal eine Möhre. Der Andere isst Paprika, Gurke ohne Fruchtfleisch und ab und zu Mais und Möhre. Das wars aber auch schon. Sie tun das auch nicht freiwillig, sondern nur, wenn wir sie darum bitten. Manchmal müssen wir sie sogar anweisen, mal etwas Frisches zu essen. Und mal anderes Obst und Gemüse zu probieren, kommt bei den beiden gar nicht in die Tüte.

Also musste ich mir eine List überlegen, wie ich den beiden mehr Frischzeug unterjubeln kann.
Obst tarne ich zum Beispiel als Saft, indem wir am Wochenende (unter der Woche fehlt mir dafür die Zeit) Orangen, Pampelmusen und Mandarinen auspressen. Den Saft kriegen sie mit Strohhalm serviert, dann trinken sie ihn gerne.
Oder wir machen „Safteis“. Dafür habe ich diese Eis-am-Stiel-zum-Selbermachen-Vorrichtungen gekauft. Da füllen wir dann den frisch gepressten Saft rein und am nächsten Tag gibt es Safteis zum Nachtisch. Demnächst habe ich vor, heimlich ein bisschen Joghurt unterzurühren. Mal sehen, ob ihnen das schmeckt. Denn Joghurt Essen sie auch nicht.

Obst als Safteis getarnt

Beim Gemüse ist die Herausforderung schon etwas größer.
Denn das Gemüse muss ich verstecken, es unsichtbar machen, damit meine kleinen Detektive nicht dahinter kommen:
Wenn ich Bolognese koche, dann koche ich Möhren und Sellerie in einem extra-Topf und püriere diese zu einem feinen Brei. Diesen rühre ich dann unter die Nudelsoße. Das merkt kein Mensch und schmeckt gleich noch viel besser.
Auch der Kartoffelbrei bekommt einen Anteil Kohlrabi untergejubelt. Den koche ich einfach mit den Kartoffeln zusammen und stampfe und verrühre beides bis zur Unkenntlichkeit. Mit Kohlrabi geht das super, weil der keine verräterischen Farbspuren hinterlässt.

Bisher hat das gut funktioniert. Nur neulich sagte mein Sohn zum Kartoffelpü: „Du Mama, der Kartoffelbrei schmeckt aber komisch.“ Ich: „Der schmeckt nur anders, ich habe dieses Mal eine andere Kartoffelsorte genommen.“ Ups, seine Spürnase kommt mir auf die Schliche. Da muss ich wohl noch etwas an der Dosierung feilen.

Aufruf: Wer kann mir noch mehr Vorschläge diesbezüglich machen? Ich würde nämlich gerne noch mehr Tarn- und Versteckmanöver in petto haben, weil mir das Thema so wichtig ist.

#strategieneinermutter

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6 Gedanken zu “Getarntes Obst und verstecktes Gemüse

  1. Ich stecke in JEDE Soße etwas püriertes Gemüse! Suppen kommen auch immer ganz gut, sofern sie nicht zu grün sind. Als Snack gibt es Obst oder Gemüse und ein paar Gummibärchen mit Zahnstochern, wenn viel Zeit ist, auch auf einem Schaschlikspieß. Bei den Jungs geht natürlich fast immer auch Wettessen… In Waffeln kann man auch prima miniklein geraspelte Möhren oder geriebene Äpfel verstecken! Bei den Möhren muss man allerdings aufpassen, zu viele davon und die ganzen Waffelherstellerei war umsonst…

  2. Früher gabs beim Griechen für mich immer Schlumpfteller: Bolognaise-Soße, Spaghetti mit Erbsen, Möhren und Champignons in kleinen Auflauflaufformen mit Käse überbacken.
    Und sonst: Sandwiches – als original „verkaufen“ mit einem Salatblatt, einer Scheibe Gurke+Tomate, evtl ganz dünne Paprikaringe und das ganze eben mit Wurst/Käse/Schinken und ein bisschen Remoulade und Ketchup an die Brothälften, anstelle der Butter
    Oder die originelle Küche vom Käpt’n Blaubär…da werden die Obst-/Gemüsestückchen mit Plätzchenformen ausgestochen und werden viiieeeel attraktiver für Kinder (funktioniert auch schon bei gedünsteten Kohlrabi z.B.)
    Bei uns gibts heute Matsch zu essen – gut, unsere Kleine bekommt noch ne Extrawurst, ist aber auch noch kein Jahr alt – kam mir vorhin beim Umrühren der Linsensuppe…falls später mal ein „ihhh, Linsensuppe es ich nicht“ kommt, dann gibts eben Essen ausm Sandkasten ;P
    Erdbeer-Bananenmilch mit frischen und gefrorenem Obst
    Radieschenröschen, geht auch mit Tomaten…Toast Hawai – schmeckt mit frischer Ananas sowieso viiiiel besser und sonst…Käsekuchen…mit Mandarinen oder Himmbeeren oder Blaubeeren oder Wildbeerenmischung…im Sommer gibts im Aldi immer gefrorenes Obst zu kaufen…Melonenbällchen, Kiwikügelchen und und und
    Mit verstecktem Eis zum Nachtisch locken…eine Kugel unter nem Haufen Obstsalat/-gemisch – das Obst muss weg, sonst gibts kein Eis mehr!

  3. Gemüsepuffer als Piratenschnitzel.
    Geraspelte Kartoffeln, Zucchini, Paprika mit Ei und Haferflocken mischen und wie Kartoffelpuffer in der Pfanne braten. Kannst auch noch Mais darunter mischen. Wer die meisten Taler=Mais gegessen hat, ist der erfolgreichere Pirat. Hat bisher jedem Kind geschmeckt.

    Ansonsten Blutorangen pressen und die Kinder fragen, welcher kleine Vampir Blut trinken möchte. Halt mit Wasser verdünnen, sonst wird es zu sauer.

    Hulkshake/Powerdrink aus Milch+Banane+ etwas Honig und grüner Lebensmittelfarbe.
    Kannst ja auch Fruchtjoghurt mit Milch strecken und als Powershake verkaufen. Je nach Farbe stecken besondere Kräfte darin.

    Ich weiß nicht wie alt deine Kinder sind und meine essen alles, aber wenn sie mal irgendwelche Anwandlungen aus dem Kindergarten mitgebracht haben (ich esse keine Paprika), dann habe ich dem Gemüse Fantasienamen gegeben. Plötzlich waren in dem Essen Froschaugen(Erbsen) Drachenzungen (Paprika) etc. So machte Essen Spaß und sie haben alles wieder gegessen.
    Oder das Essen konnte sprechen und hat sich gefreut dass es gleich im ganzen Haus Unsinn anstellen konnte, weil das Kind es nicht essen wollte. Schwupps wurde es aufgegessen, damit es still war und nicht entkommen konnte.

    Beim Kochen mithelfen und dazwischen kosten dürfen, hilft auch. Ich habe den Genius Gemüseschneider mit dem rechteckigen Auffangbehälter unten und meine Kurzen (6+4) können Salat machen, das Gemüse für die Soßen kleinschneiden und essen dann umso lieber. Dann bedanken wir uns alle bei dem der gekocht/mitgeholfen hat für das leckere Essen. Das motiviert.
    Auch Obstsalat geht ruckzuck damit und selbstgemacht schmeckt er doppelt so gut.

    Wenn sie etwas essen, das ihnen schmeckt müssen sie raten was drin ist. Dann kommen plötzlich Gemüsesorten auf, die sie nicht kennen und evtl. vorab abgelehnt hätten.

    Aber wenn einem etwas wirklich nicht schmeckt ( Oliven, Gewürzgurken, Naturjoghurt, Kaki, Birne) dann muss er es auch nicht essen. Auch nicht versteckt.
    Meine Mutter hat uns immer Vollkornmehl und Soja unterjubeln wollen. Fand ich damals wie heute furchtbar.

  4. Wenn das Eis am Stiel nicht mehr zieht, mache ich zur Abwechslung Kratz-Eis. Mango oder Erdbeeren oder Himmberen oder Orangen pürieren, in die Avent-Becher umfüllen, die aus der Babyzeit stammen und ab ins Gefrierfach. Das Auskratzen ist toll, mag ich sogar selber gerne 🙂 Bananen werden bei uns „roh“ nur selten gegessen, deshalb gibt es oft Bananen- oder Bananen-Erdbeer-Shakes (Milch+Obst für 10 Sek. in den Mixer und fertig). Gemüse ist seltsamerweise kein Problem hier. Außer vielleicht Erbsen. Hab schon mal heimlich welche in die Kartoffelsuppe mit reinpüriert, ist niemandem aufgefallen 😉

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