„Ein Aufräumtaxi bitte!“

Schon immer kämpfe ich mit meinen Kindern ums Aufräumen. Was sie im Kindergarten – laut Erzieherinnen – anstandslos machen, wird bei uns zu Hause einfach ignoriert. Wenn ich das Wort nur in den Mund nehme, höre ich: „Och nöö, hab keine Lust.“ Sind die Kinder älter, kommt auch schon mal etwas wie: „Auf keinen Fall !“ Oder man wird einfach ignoriert. Die Kinder reagieren gar nicht. Das bringt mich auf die Palme.

Also habe ich mir etwas Spielerisches ausgedacht und ausprobiert: Meine Söhne sind im Besitz von je einem ausgedienten Mobiltelefon, einem Bobby Car und einem hölzernen Vierrad – wir nennen es liebevoll Quad.

Als es bei uns mal wieder aussieht, wie bei Hempels unterm Sofa, nehme ich mein Mobiltelefon und tue so, als ob ich beim damals noch 3jährigen anrufe. Er geht dran. Ich frage: „Hallo, ist dort die Aufräumtaxizentrale?“ Er guckt komisch, macht das Spiel aber mit und antwortet: „Ja!“ Ich sage: „Toll, denn ich bräuchte dringend ein Aufräumtaxi zu mir nach Hause.“ Alles klar. Er kommt mit seinem Quad zu mir gebraust. Ich gebe ihm ein rumliegendes Spielzeug in die Hand und sage: „Das muss bitte einmal zur Spielzeugkiste gebracht werden. Was kostet das?“ Er sagt: „Fünf Euro.“ Ich sage: „Ganz schön teuer, aber hier bitte.“ Ich tue so, als ob ich ihm das Geld in die Hand drücke und er düst los. Als der Große, damals 5 Jahre, das Spiel mitbekommt ist er Feuer und Flamme, setzt sich aufs Bobby Car und macht auch mit. Und ruck zuck war alles anstandslos aufgeräumt.

Für eine gewisse Zeit war das Aufräumtaxi bei uns groß im Rennen. Da wurde sogar zwischendurch vorgeschlagen: „Lass uns Aufräumtaxi spielen.“ Mittlerweile – die Premiere vom Aufräumtaxi ist nun ein Jahr her – hat es allerdings ein paar Abnutzungserscheinungen.

Da muss ich mir wohl etwas Neues einfallen lassen.

#strategieneinermutter

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